Erlebnisbericht / Diary Of Dreams & Psyche/ Di. 01.03.05/ Kato Berlin Xberg/ |
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Ich hatte, trotz Presseakkreditierung, fast schon Glück, daß ich kurz nach 21 Uhr noch ins KATO reingekommen bin. Der sympathische Club war restlos ausverkauft, wobei das noch untertrieben ist, denn ohne die angrenzende Bar wäre der Konzertraum aus allen Nähten geplatzt. Das hat auch den Mißmut derer hervorgerufen, die sich für ihr Eintrittsgeld nicht unbedingt im Kollektiv aneinanderreiben wollten und die das Konzert somit lieber, sitzend in der verglasten Bar, an sich vorbeiziehen ließen. Trotz der Massen war die Getränkeversorgung außerordentlich entspannt. Man brauchte nicht lang anstehen und wurde an beiden Theken schnell und freundlich bedient, was im Kato eigentlich generell üblich ist. Auch den Sound im Kato empfand ich bei meinen bislang drei Besuchen als sehr angenehm. Und so waren auch die beiden Bands des Abends nie zu laut oder zu leise, immer verständlich und ausgewogen abgemischt. Da ich aber den Tourauftakt von Diary Of Dreams und Psyche bereits in Zapfendorf veranstalten und miterleben durfte, war es sehr interessant, einmal zu sehen, was sich 20 Konzerte danach sich so alles geändert hat. Alle erschienen mir erstaunlich fit und entspannt zu sein, obwohl sie die "Nigredo" Tour bis dato faktisch ohne Off Day absolvierten. Und auch wenn Abläufe um das Konzert routiniert und reibungslos geschehen, wird selbst nach 20 Konzerten auf der Bühne immer noch gearbeitet, verbessert, ausprobiert. TourManager Albert Diehl konnte von durchweg gut besuchten Konzerten berichten und von einem allerortens begeisterten Publikum und machte mich auf ein paar Änderungen aufmerksam, die sich im Laufe der Tour eingeschlichen hatten. Das "Menschfeind" Mini Album entwickelte sich, nicht zuletzt durch sein provozierendes Äußeres, zum unerwarteten Kassenschlager für Diary Of Dreams. Erste Überraschung war Psyche, deren Programm, so erzählte mir Sänger Darrin Huss nach dem Konzert, sich immer weiter verwandelte. Gänzlich ohne die alten Hits, mit Hauptaugenmerk auf das neue, untypisch düstere Psyche Album, präsentierten sich Psyche zum Tourstart. Das ist natürlich für die Fans von solchen Hits wie "Sanctuary" oder "Good Bye Horses" schwer zu verstehen. So wurden die Klassiker des SynthiePop Duos schrittweise, von Konzert zu Konzert, mit eingebunden, ohne allerdings die Grundstimmung zu verändern, die sich eher an emotionalem Ausdruck orientierte, als an Pop Appeal. Das Publikum im Kato wußte dies zu würdigen und feierte die Hits aus früheren Tagen. Trotzdem, so sagte mir Darrin weiter, würde das neue Album "The 11th Hour" von den Fans super angenommen und auch während der Tour ganz gut verkauft, obwohl sich nur ein tanzbarer Hit darauf befindet. Ihm war klar, daß es stilistisch ein Bruch darstellt mit den lustigen technoiden Sachen, aber in seinen Augen war Psyche mit den letzten Veröffentlichungen viel zu sehr zu einem netten Pop-Act geworden, dem der Ausdruck und die Relevanz verloren zu gehen drohte. Leider ging der Umbau dann auch viel zu schnell über die Bühne und der Beginn der Konzertes von Diary Of Dreams beendete das interessante Gespräch. Einmal mehr hatte ich den Eindruck, einerseits eine All Star Combo zu sehen, die nur aus charismatischen Persönlichkeiten besteht, andererseits eine Band zu erleben, die hervorragend zusammenpaßt, doch scheinbar über die Jahre zusammengeschweißt wurde. Im Vergleich zu früheren Konzerten arbeiten Diary Of Dreams nun mit einem großen DrumSet und bei nicht wenigen Songs sogar mit zwei Gitarren. Das hat zu Folge, daß die Lieder mehr Druck haben, wenn Sänger Adrian Hates ebenfalls in die Seiten greift. Auch sind mit GaunA an der Gitarre und Diorama Sänger Torben Wendt an den Keyboards gleich zwei Background Sänger auf der Bühne. Behutsam, so daß es fast keiner bemerkt, ist Diary Of Dreams also zu einem Act geworden, der zwar weiterhin die Traumtänzer bedient und sehr viel Emotionen transportiert, der aber auch definitiv rockt. Zudem spielte die Band keineswegs einfach nur ihr Set herunter. Es wurde zum Teil umgestellt, und somit dramaturgisch optimiert, diverse Lichteffekte kamen jetzt noch besser auf den Punkt, beispielsweise jenes "HOLD ME" bei "But The Wind Was Stronger ", auch wenn die Lichtanlage nicht ganz so viele Möglichkeiten bot, wie die Beleuchtung bei uns im Top Act ( das mußte mal gesagt werden :-) Das Publikum feierte die neuen und alten Stücke gleichermaßen ab. Besonders "Amok", "She" und "Kindrom" hinterließen überschäumende Begeisterung und natürlich mußte die Band noch einige Zugaben spielen. Finaler Höhepunkt Nummer 1 war dabei natürlich "Traumtänzer", bei dem Keyboarder Torben Wendt das Publikum doch tatsächlich zum Mitsingen animierte. Jedoch alles in Schatten stellte "Amok" in der finalen Akustik Fassung, welches, nur begleitet von Torben Wendt an den Keyboards, von den beiden Sängern in das Publikum gehaucht wurde. Ein tiefgründiges "I Am OK" eines sichtlich gerührten Adrian Hates besiegelte diesen denkwürdigen Abend. Links: diary of dreams bei subkultur.de - diary of dreams official - das kato
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