Erlebnisbericht/ Project Pitchfork - Werk II/Leipzig - 24.09.2005

Es war der 24. September, ein freundlicher, warmer Herbsttag, der nicht schöner hätte sein können. Gut gelaunt und die Morgensonne im Nacken, brach ich zu jener Messestadt auf, die jeder Gothic kennen dürfte, die aber im Moment eher einer Großbaustelle gleicht.

Dennoch ist Leipzig natürlich auch so jenseits von WGT und Livemusik immer eine Reise wert. Wir ließen uns ein wenig Zeit. Nach einem schönen Spaziergang im Merseburger Südpark und einer ordentlichen Portion Eis machte ich mich mit meiner Begleitung auf dem Weg ins Werk II wo das langersehnte Konzert von Project Pitchfork zum neuen Album „Kaskade“ stattfinden sollte.

Mit an Bord waren „Milù“ und die bei uns weniger bekannte, russische Band „Altera Forma“.
Fast pünktlich wurden die Pforten zum Werk geöffnet, welches sich zunehmend füllte und kurze Zeit später eröffneten „Milù“ den Abend. Das Soloprojekt der Sängerin Anke Hachfeld (ex Mila Mar) bereichert den Musikmarkt seit dem Jahre 2004 und war mit der Single „Aus Gold“ mit Peter Heppner (Wolfsheim) und Kim Sanders fünf Wochen in den deutschen Singlecharts vertreten.

Während der ersten Töne war ich noch etwas skeptisch, doch als Anke ihre Stimme ins Spiel brachte stockte mir der Atem. Denn auch verhaltene Popmusik vermag die Sängerin zu unglaublichem Leben zu erwecken. Mal leise dann wieder aggressivere Töne und Ankes kräftige Stimme ließen es mir eiskalt den Rücken hinunter laufen. Doch leider konnte der Funke nicht auf das Publikum überspringen und so endete „Milù“s Set nach einer halben Stunde in eher zurückhaltendem Applaus.

„Altera Forma“ betraten als nächstes die Bühne. Mich erinnerten die aus Moskau stammenden Musiker an Kraftwerk, was nicht nur durch die verfremdete Stimme des Sängers rüber kam. Der Sound, eher elektronisch gehalten, unterstützt von kräftigen Gitarrenriffs, gab eine gute Mischung ab, die aber dennoch nicht richtig zu zünden vermochte. Auch hier merkte man eine leichte Zurückhaltung des Publikums, denn es wartete auf das eigentliche Highlight des Abends.

Und nun war es auch endlich so weit. Die Stimmung schlug von einem Moment auf dem anderen um und als das Intro ertönte wurde es plötzlich sehr laut. Zuerst betrat Dirk Scheuber gut gelaunt die Bühne und begrüßte herzlich die Menge. Mit dem neuen „Beautiful Logic Strings“ und unter tosendem Applaus kam nun auch Sänger Peter Spilles auf die Bühne. Die Set-List gut durchgemischt wurde über zwei Stunden gerockt wobei die Pitchies ihren Fans keine Verschnaufpause gönnten.

Zu Klassikern wie „Fire & Ice“, „Revolution Now“ und „Conjure“ zu neuen Hits wie „The Touch“, „Fleischverstärker“ und „Schall und Rauch“ wurde gefeiert, gepogt, gesungen und geschwitzt bis das Werk beinahe überkochte. Schnell verging die Zeit und nach „Rescue“ war dann symbolisch erstmal Schluß. Natürlich ließen die Fans die band längst noch nicht heimgehen. Es folgte eine Zugabe, die sich sehen lassen konnte. „Timekiller“, „God Whrote“, „Impro“, das legendäre „KNKA“ und zu guter letzt, wie passend, „The Future Is Now“ bildeten einen krönenden Abschluß eines wieder mal fantastischen Pitchfork-Konzertes.

Diana Ehnert

Set-List

- Inro - Beautiful Logic Strings – The Present – Fire & Ice – Daimonion – Schall und Rauch – Awakening – Revolution Now – Fleischverstärker – The Touch – Human Crossing – Carnival – I Am – Conjure – Existence – En Garde! – Rescue

- Timekiller – God Whrote – Impro – KNKA – The Future Is Now –


© 2005 - subkultur.de - nach hause - erlebnisberichte - Project Pitchfork