Erlebnisbericht: Tambacher Sommer: festus fallacia- Mittelalterfestival
mit Potentia Animi, Wolfenmond, Saltatio Mortis am 21.07.06

Am Anfang stand wie immer nicht das Wort, sondern die Tat. Also gings an diesem Freitagabend, bei sengender, um nicht zusagen brüllender Hitze, zum Schloss Tambach bei Coburg.Auffällig war schon auf der Hinfahrt, dass es auch viele Weitgereiste gab, die es wegen des Festus Fallacia in die Idylle des Coburger Landes zog.

Um es kurz zu machen: die sehr schöne und gepflegte Schlossanlage ist eine wirklich tolle Kulisse für solche Veranstaltungen. Und hatte einiges zu bieten, wo andere vor Neid erblassen sollten: Günstige Getränkepreise, ein kleines Speisenangebot, Kaffee und zumindest am Anfang sehr saubere uns ausreichende Toiletten im Schloss. Sowie sehr gute Sicht von allen Plätzen.

Das Publikum konnte da nicht ganz mithalten: Außer genügend korrekt mittelalterlich oder schwarz Gekleideten hatten sich doch ca. hundert Leute offensichtlich verlaufen. Beispiel gefällig? Ich bin ernsthaft gefragt worden, ob man sich die Getränke selber holen müßte. Da ich mich in diesem Moment nicht so recht zwischen Gelächter und Ohnmacht entscheiden konnte, habe ich mir mühsam ein JA abgerungen. Die meisten dieser Fehlgeleiteten waren dann spätestens nach Wolfenmond verschwunden.

Aber vielleicht haben sie auch nur die Worte von Bruder Schaft vernommen, der beim relativ sang- und klanglosen Abgang von der Bühne verkündete: "Die Messe ist vorbei. Gehet in Frieden. Amen" Dabei hatten die unkeuschen Mönche so gut angefangen. Ein tolles und langes Intro machte Appetit und Hoffnung auf noch viel mehr, aber beides schwand so schnell dahin wie Softeis in der Hitze. Vielleicht lag es an ebendieser oder den Jungs ist irgendetwas (alkoholfreies) über die Leber gelaufen- jedenfalls kam keiner der Anwesenden vor und auf der Bühne so richtig in Fahrt und so schleppte sich das Konzert so mühsam dahin, wie ein Verdurstender in der Wüste. Nicht unerwähnt soll aber der verbale Höhepunkt bleiben, als sich Bruder Schaft sinnenverwirrt durch Hitze und Hormone zu den hervorragend präsentierten und äußerst wohlgeformten Rundungen einer anwesenden jungen Dame äußerte...

Wolfenmond profitierte dann von der allmählich einsetzenden Kühle der Nacht und hat dann äußerst routiniert und handwerklich einwandfrei gute, aber nicht überragende Mittelaltermarkt- Musik dargeboten. So richtig im Ohr ist mir nicht wirklich ein Stück hängengeblieben, aber in Erinnerung behalte ich die Musik von Wolfenmond als angenehme und auch für "Laufkundschaft" hörbare gute Mischung aus Melodie, Rhythmus und Harmonie.

Saltatio Mortis ist seiner Rolle als Headliner an diesem Abend gerecht geworden, wobei Alea der Bescheidene gewisse Verschleisserscheinungen an der Stimme zeigte und Herr von Hasen- Mümmelstein sich an diesem Abend außergewöhnlich schweigsam gab. Mit viel Engagement wurde ein bunter Mix von Melodien der vergangenen Jahre und des aktuellen Silberlings präsentiert und Leute vor der Bühne feierten ihre "Helden" gebührend. Nach einer recht kurzen Zugabe war dann endgültig Schluß und das schwarze Volk ist dann von dannen gezogen mit der Hoffnung, dass nächstes Jahr auch mal wieder was für sie im verschlafenen Hinterland präsentiert wird und das die schnarchigen Coburger, die nicht mal richtig feiern können, an diesem Tag einfach zu Hause bleiben... .

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