Eigentlich
hab ich ja keinen Grund, zu meckern, denn lange Wartezeiten sind bei
Metalkonzerten
keine Seltenheit und durchaus legitim, wenn es sich um ausgedehnte
Umbaupausen zwischen den Gruppen
handelt. Ein guter Sound ist schließlich die Grundlage für
einen gelungenen Auftritt. Dass man das Publikum über eine halbe
Stunde vor dem Lokal verharren lässt, muss meiner Meinung nach
allerdings nicht sein. Aber das Warten hat sich gelohnt!
SAD ENDING betraten als erste die Bühne. Als "Sad Rock"
bezeichnen sie selbst ihren Musikstil.
Komisch, besonders traurig klingt´s eigentlich nicht und als
Metal kann man den Stoff schon betachten.
Die meist langsamen, sehr melodischen Stücke werden von Verenas
unerwartet profesioneller Stimme
dominiert. Hört sich sehr nach Gesangsuntericht an. Trotz massig
guter Ansätze weiß das Material
allerdings nicht so recht zu überzeugen. Es fehlt einfach noch
an Abwechslung und richtigen
Gassenhauern. So fielen die Publikumreaktionen während der 45
Minuten Spielzeit auch sehr zurückhaltend
aus.
Weiter
ging´s mit den Kulmbacher Jungs von CIRCLE OF GRIEF. Seit ihrem
Auftritt auf dem
W.O.A. dieses Jahr dürfte ihr Name hierzulande in aller Munde
sein. Markus konnte seinen Gesang im
Vergleich zu früheren Auftritten deutlich verbessern und so konnte
auch die Publikumresonanz
gesteigert werden. Die abwechslungsreichen Songs, die an Cryptic Carnage
oder auch mal
an Blind Guardian erinnern, wurden einwandfrei vorgetragen. Fans von
mittelalterlichem und mitreißendem Metal kommen bei
COG voll auf ihre Kosten. Die paar Knüppel-Songs, die die Band
aus ihrer Black-Metal-Kiste
hervorkramt, sind allerdings nicht mehr als durchschnittlich und meiner
Meinung nach überflüssig.
Dennoch ein starker Gig von einer Gruppe, die in Zukunft sicherlich
noch öfter auf sich aufmerksam
machen wird.
Lustig
ging´s mittlerweile zu in Gunzendorf. Wie gewohnt floss das
Bier in Strömen, und auch der
Dagger konnte sich unter solchen Umständen nicht zurückhalten.
Und so zeigte der Alkohol schon
allmählich seine Wirkung, als ich einmal mehr meinen Platz in
der ersten Reihe sicherte, um
bei CRYPTIC WINTERMOON die Sau rauszulassen. Wer bei "The abyssal
spectre", "Necromancer",
"Gods of fire and ice", "Angels never die" und
all den anderen Knallern kein Zucken in der
Nackenmuskulatur verspürt, dem ist nicht mehr zu helfen. In den
ersten Reihen war die Stimmung
jedenfalls genial. Nur dieser völlig besoffene Fan (nein, ich
wars nicht!), der meinte, sich auf
der Bühne häuslich einrichten zu müssen, ging ein wenig
auf die Nerven. Wo war da eigentlich die
Security. Für alle, die es nicht wissen: CW spielen schnellen,
melodischen Black- äh Phantasy-War-Metal
durchsetzt von Thrash-Riffs, untermalt von atmosphärischen Keyboardpassagen.
Bleibt nur zu hoffen,
dass die Hofer bei einem neuen Label mehr Glück haben und bald
einem breiteren Publikum zugänglich
sind.
Wieder
einige Gunzendorfer Lager später fühlte ich mich außer
Stande, noch einen vernünftigen
Bericht über EISREGEN, die bereits begonnen hatten, abzuliefern.
Zum Glück handelt es sich bei
unserem Master Of Pain um einen echten Experten in Sachen Eisregen.
Deshalb soll er seine
Eindrücke an dieser Stelle schildern:
" Was, hier muss ich reinschreiben? Na gut. Also. Thüringen
mein Thüringen. Diese von Eisregen so fast schon schmerzhaft
in den Vordergrund gerückte Heimatverbundenheit, ist wohl der
einzige Kritikpunkt, der mir zu dieser Band einfällt. Leider,
leider lässt uns ihr Label Last Episode jetzt schon etliche Wochen
auf die Veröffentlichung ihres längst fertig gestelltenWerkes
"Farbenfinsternis" warten. So ergab sich für mich hier
die Gelegenheit, zum ersten mal den Klängen des neuen Albums
zu lauschen.
Der auf dem Album enthaltene Zyklus Farbenfinsternis besteht aus 5
Liedern, die sehr unterschiedlich bei mir einen guten Eindruck hinterlassen
haben. Auch das andere neue Material präsentiert sich sehr ausgereift.
Zwischendurch gabs natürlich die guten alten Kracher wie "Krebskolonie",
"Die Seele der Totgeburt" oder "Des Heilandshaut".
Insgesamt eine Hammerschlag in die Gesichter vor der Bühne. 'Schenk
mir den Tod, ich hab ihn verdient! MoP"
Als schließlich
LANOIRE gegen 2:15 Uhr auf besonderen Wunsch des Publikums begonnen
haben dürften,
war leider keiner von uns mehr anwesend, um darüber berichten
zu können. Von vergangenen Konzerten
weiß ich, wie gut die Jungs aus Bamberg sind und hoffe, das
versäumte bald nachholen zu können.
Dagger