Erlebnisbericht/ Gorgoroth / 1349 / New Backstage MÙnchen am 22.11.2005

Eine kleine Welt war letztes Jahr fÙr mich zusammen gebrochen, als ich erfuhr, daß die Norwegischen Schwarzmetaller Gorgoroth und 1349 in MÙnchens Kult-Metal-Lokation Titanic City auftreten, ich zu diesem Zeitpunkt zwar in unmittelbarer N¹he der Bayernmetropole residierte, den Termin aber dennoch nicht wahrnehmen konnte. Augenzeugen zufolge hatte ich ein grandioses Event verpaßt. Das relativ kleine Titanic City war hoffnungslos ÙberfÙllt. Nun, gerade einmal ein Jahr sp¹ter, kamen beide Bands erneut nach MÙnchen. Diesmal wurde das Neue Backstage an der Friedenheimer BrÙcke als Ort des Geschehens auserkoren- und diesmal konnte mich nichts davon abhalten, mir die Nordm¹nner aus der N¹he anzusehen.

Nichts sagen will und mag ich von den Strapazen einer qualvollen Anreise, die dank Wintereinbruch, Schneegestùber, Stau und gefrierender Gl¹tte zu einer knapp dreistÙndigen Odyssee quer durch Oberbayern mutierte. Zun¹chst mùchte ich mich entschuldigen, dass ich nicht (wie geplant) mit spektakul¹ren Liveaufnahmen dienen kann, aber das Fotografieren war auf Androhung der Todesstrafe untersagt und nur den anwesenden Journalisten von Rock Hard und Metal Hammer gestattet. Als Entsch¹digung findet Ihr eine umfangreiche Bildergallerie des letztj¹hrigen Gigs auf der Seite des Titanic City: www.titanic-city.de/events.htm Reinschauen lohnt sich!

Schade, denn zu sehen gabÇs einiges: 1349 und Gorgoroth z¹hlen zu jenen Kapellen, die den origin¹ren Black Metal aus Zeiten seiner Geburtsstunde verkùrpern: roh, brutal, ohne gro¤e Experimente, Orchestereinsatz, Weibsgesang, Folklore und all der anderen Zutaten, die im Laufe der letzten Jahre immer mehr Einzug in dieses Genre gehalten haben.

W¹hrend Gorgoroth zu den alten Hasen zu Zunft z¹hlen, sind 1349 eine jÙngere Band, gerade hierzulande noch weniger bekannt, konnten sich in den letzten Jahren aber eine beachtliche Fangemeinde erspielen. Benannt nach dem Jahr, in dem der Schwarze Tod Deutschland, Norwegen, Schweden und Irland heimsuchte, 20 bis 25 Millionen Menschenleben forderte und somit ein Drittel der damaligen Bevùlkerung in den besagten L¹ndern auslùschte, pr¹sentierten sich die Musiker entsprechend grimmig, mit dem obligatorischen Corpsepainting, Nieten und allem, was dazugehùrt. 

Motor und unaufhaltsamer Antrieb der Band ist Satyricon-Schlagzeuger Frost, der neben Trym (Emperor) einer der genialsten Szeneakteure in Sachen Pr¹zisionsarbeit am Schlagwerk ist. Schon aufgrund dessen Leistung sind 1349 fÙr Kenner ein echter Leckerbissen. Doch auch die anderen vier Musiker zeigten sich ausgesprochen agil. Auf der BÙhne herrschte st¹ndig reges Treiben. Geboten wurde Synchron-Bangen par excellence.  berlange Black Metal-Hymnen voller Tempiwechsel, Breaks, nackenbrechenden Double-Bass-Attacken und grooviger Rhythmik steckten w¹hrend der einstÙndigen Show nach und nach auch die letzten Reihen der Audienz an. Man kann sagen, was man will, aber derartig genialer Black Metal kann nur in Norwegen geboren werden.

W¹hrend auf der BÙhne eifrig der Umbau vorangetrieben und diverse Requisiten positioniert wurden, nutze ein m¹¤ig bis ordentlich angeheiterter Tourmanager namens Attila (u.a. auch alter und neuer Mayhem-Shouter) die Pause, um P¹sse fÙr den Backstagebereich an ausgew¹hlte, gut proportionierte Schùnheiten zu verteilten- zu Zwecken einer privaten After-Show-Party. Doch dies nur am Rande. 

Etwa 20 Fackeln erhellten die BÙhne, als sich allm¹hlich die Silhouetten der Musiker von Gorgoroth zwischen Nebelschwaden abzeichneten. Als dann auch noch zwei metergro¤e, natÙrlich verkehrt herum aufgestellte Kreuze in Flammen gesetzt wurden, schien die ganze BÙhne zu brennen. Der Schein des Feuers spiegelte sich in unz¹hligen Nieten, Spikes, Ketten und Patronengurten, mit denen sich die boshaft geschminkten und noch boshafter dreinblickenden Musiker behangen hatten. Und schon gings los. ‹Procreating Satanñ, der Opener des aktuellen Albums, donnerte aus den Boxen. Es folgten Highlights aller bisherigen Verùffentlichungen. Lediglich vom 93er Debut-Album ‹Pentagramñ gabÇs trotz lauter Forderungen seitens einiger Fans nichts zu hùren.

Anders als eben noch 1349 agierten Gorgoroth mit nahezu stoischer Ruhe. S¹nger Gaahl schlich wie ein in die Ecke getriebener Panter auf der BÙhne hin und her, fixierte immer wieder einzelne Personen im Publikum, deutete sogar mit den Fingern auf sie, wenn sie nicht ordentlich die Matte im Takt schwangen.

Schade, daß nach 50 Minuten der Spuk schon wieder ein Ende gefunden hatte. Ich h¹tte mir von dem Ùberaus brutalen, meist stampfenden bis rasend schnellen StÙcken gerne noch mehr angehùrt. So verschwanden die Herren kommentarlos und unwillig von der BÙhne, ohne auch nur eine einzige Zugabe zu spielen. Man wird so schnell auch nichts mehr von ihnen sehen. Bandleader Infernus und Gaahl sind bereits verurteilt- der eine wegen Vergewaltigung, der andere wegen ritueller Kùrperverletzung - und werden unmittelbar nach der Tour fÙr ein paar Jahhre inhaftiert.

Doch Fans dÙrfen sich freuen: ein neues Album ist bereits im Kasten und wird dann verùffentlicht, wenn die Herrschaften ihre Strafe absitzen.

Zuletzt mùchte ich noch meinen Dank an die Veranstalter, die Jungs von Metal Meridian, richten, die mich trotz extrem kurzfristiger Bewerbung (ich hab zwei Stunden vorher angerufen) doch noch auf die G¹steliste setzten und somit diese Berichterstattung unterstÙtzten. 

Dagger

Links: www.gorgoroth.org - www.legion1349.com - www.metal-meridian.de - www.backstage089.de - www.titanic-city.de

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 GORGOROTH
1349
22.11.2005
New Backstage MÙnchen

 Playlist Gorgoroth:

Procreating Satan
Posessed (by Satan)
The rite of infernal invocation
Bergtrollets hevn
Profetens apenbaring
Destroyer
Incipit Satan
Open the gates
A world to win
Revelation of doom