Erlebnisbericht/MOONSPELL, Rockhouse Salzburg, am 22.04.2007 |
|
|
Eigentlich hätte das Konzert im Rockhouse ja um 20:00 Uhr beginnen sollen, hätte man der Info auf der Homepage oder dem Aufdruck auf der Karte Glauben geschenkt. Als ich mich kurz nach besagtem Zeitpunkt an Ort und Stelle einfand, musste ich jedoch leider feststellen, dass die erste Support-Band namens NAILDOWN ihren Gig bereits beendet hatte und DARKSIDE, der zweite Support, bereits fleißig am musizieren war... DARKSIDE ist eine weitere Melo-Death Formation, stammt aus Salzburgs Nachbarland Niederösterreich und hatte somit einen gewissen Heimvorteil. So lässt sich auch das rege Interesse des Publkums an dem Fünfer erklären - das Rockhouse war zu so früher Stunde ungewohnt gut besucht und die Stimmung im Saal überraschend gut. Vielmehr kann ich an dieser Stelle auch gar nicht erzählen, da der Gig auch bald schon wieder sein Ende fand. Der Zeitplan war eng und nach kurzer Umbaupause hatten sich SUIDAKRA auf der Bühne eingefunden, stellten sich kurz vor und legten gleich los. Ich hatte die Düsseldorfer ja schon gesehen und wusste in etwa, womit man an diesem Abend zu rechnen hatte: Live sind Suidakra vor allem eine harte Metal Band. Wieder einmal hatten sie kein Keyboard im Gepäck, womit die meisten folkloristischen Elemente, die auf den Alben schon einen wichtigen Part zum Gesamtsound der Band beitragen, schlicht und ergreifend fehlten. Auch das Outfit der Musiker hat so rein gar nichts mit den historischen Texten ihrer Lieder gemein und von einer entsprechenden Bühnen-Deko fehlte auch jede Spur. Das stieß natürlich so manchem Fan ganz schön vor den Kopf, was sich wiederum auf die Stimmung auswirkte. Schließlich konnte sich Bandkopf Arkadius den Kommentar nicht verkneifen, dass wohl nur wenige ihren Spaß hätten und der Rest nur herum steht. Davon abgesehen gab er sich alle Mühe, die Anwesenden bei Laune zu halten, nutzte die wiederkehrenden Soundprobleme, um ein wenig mit den Fans in den forderen Reihen zu scherzen und überhaupt... direkt vor der Bühne war die Stimmung eh nicht schlecht. Zu hören gabs eine gute Mischung aus allen bisherigen Alben, wobei der Schwerpunkt natürlich beim aktuellen "Caledonia" lag. Als nach etwa 40 Minuten der Auftritt mit "Wartunes", einem der genialsten Stücke der Band, beendet wurde, ergab sich eine doch etwas seltsame Situation im Saal. Die Musiker hatten die Bühne noch nicht verlassen, da drängten nahezu alle Anwesenden, die sich während der letzten dreiviertel Stunde dezent zurück gehalten hatten, wie irre nach vorne und versuchten einen Platz möglichst nahe am Bühenrand zu erobern... Es dachte also niemand daran, die Umbaupause zu nutzen, um sich mal eben ein Bierchen zu holen oder das zuletzt verzehrte auf Umwegen wieder frei zu lassen. Nein - schließlich stand der Auftritt von Finnlands Senkrechtstartern ENSIFERUM kurz bevor. Und vorallem die jüngeren Nachwuchs-Metaller so zwischen 16 und 20 Jahren, die gerade fleißig dabei sind, sich die Haare wachsen zu lassen, fahren unheimlich auf die spaßige Mucke in der Schnittmenge aus Folk, Death und Heavy Metal ab. Als die vier Herren und das Mädel am Keyboard in gewohnter Kriegsbemalung und archaischer Gewandung die Bühne schließlich betraten, gab es im Publikum keinen Halt mehr und bereits nach den ersten Noten schien der Mosh-Pit förmlich überzukochen. Daran sollte sich auch den restlichen Auftritt über nichts ändern. Die Musiker hatten ihr Set entsprechend gestaltet, dass die Stimmung nicht abreißt. Keines ihrer bisher veröffentlichten drei Alben kam dabei zu kurz und natürlich diente diese Tour auch dazu, das brandneue Opus "Victory Songs", das gerade zwei Tage vor dem Gig in Deutschland (und Österreich) veröffentlicht wurde, vorzustellen. Um so faszinierender war es auch, dass die hartgesottenen Fans bereits in der Lage waren, die neuen Stücke ausgiebig mitzusingen... auch wenn sie z.T. in finnischer Sprache sind. Alle Musiker waren in Hochform und vorallem die Wikinger-Chöre von Sami und Markus kamen unglaulich kraftvoll herüber und wurden aus dem Publikum entsprechend unterstützt. Hochpunkte erreichte Konzert bei "Iron", "Token of time" und natürlich "Lai Lai Hei". Aber auch das brandneue Stück "Ahti", ein flotter Nackenbrecher, dessen hochkomplizierter Refrain, bestehend aus dem einmaligen Ausruf des Songtitels, noch kurz von Sänger Petri mit den Fans einstudiert wurde, fand besten Anklang. Kaum war die Zugabe "Tale of revenge" verklungen, stürmten unsere Nachwuchsmetaller auch schon nach draußen und hinterließen eine gähnende Leere im Saal... wussten sie etwa nicht, dass der Headliner erst noch kommen sollte?
Was für ein Konzert! Selten hab ich mich so verausgabt - heute, drei Tage danach, tun mir noch immer sämtliche Knochen weh. An all die Bubis, die meinten, die Halle schon frühzeitig verlassen zu müssen: ihr habt wirklich was verpasst! Dagger Links: SUIDAKRA - ENSIFERUM - MOONSPELL © 2007 - subKULTur.de - nach hause - erlebnisberichte - MOONSPELL / ENSIFERUM / SUIDAKRA |
MOONSPELL 22.04.2007
|