ERLEBNISBERICHT: Therion, Tristania, Trail Of Tears 09.11.2004 New Backstage MÙnchen |
subkultur.de 12/ 2004
|
|||
|
Man muß Ihnen beinahe schon gratulieren, den Veranstaltern des Neuen Backstage ¿ zu so einer geballten Ladung Inkompetenz. In Zeitung, Homepage und den im Vorverkauf erh¹ltlichen Eintrittskarten wurde der Beginn des Konzerts auf 21:00 Uhr terminiert. Als ich um 20:30 Uhr den Schauplatz des Geschehens erreicht hatte, konnte ich leider nur noch die letzten Noten von Trail Of Tears vernehmen, ehe diese schon wieder die BÙhne verließen. Das w¹re ja alles halb so wild, wenn mir das nicht schon zum wiederholten male passiert w¹re ¿ als ob in dem Laden noch keine Konzerte veranstaltet worden w¹ren. Aber aus Fehlern lernt man ¿ ich zu mindest. Das n¹chste mal werde ich mich dann vorsichtshalber schon um 17:00 Uhr dort einfinden J TRAIL OF TEARSDas erste Bier half Ùber das Vers¹umte schnell hinweg, als gedacht. Nur so viel zum Auftritt der Norweger Trail Of Tears: die Jungs hatten keine Dame im Gep¹ck, die von den Alben bekannten weiblichen Gesangseinlage dÙrften also entfallen sein. DarÙber hinaus tendierten die Musiker zu einer erstaunlich schnellen Mischung aus Black- und Gothic Metal. Schade eigentlich ¿ w¹re bestimmt ein guter Auftakt zu diesem Abend gewesen... www.redhaeven.com TRISTANIASeit Ihrem Debut-Album ‹Widows weedsñ standen die norwegischen Tristania stets an der Spitze der Gothic Metal Szene. Mittelpunkt eines jeden Auftritts und der Band im Lichte der Presse war Frontfrau Vibeke Stiene, die neben ihrer Attraktivit¹t vor allem durch eine ungewohnt professionelle Stimme auf sich aufmerksam machte. Doch das Ausscheiden von S¹nger Morten Veland nach dem Album ‹Beyond the veilñ verdeutlichte nur zu sehr, wer das eigentliche Genie hinter dem Ph¹nomen Tristania gewesen war. Mit seiner neuen Band Sirenia zog dieser fortan alle Register in Sachen originellem Songwriting, w¹hrend Tristania allm¹hlich in die Belanglosigkeit abdrifteten. Diesen Eindruck vermittelte schlie¤lich auch eine unmotivierte Vibeke an diesem Abend in MÙnchen ¿ von der eigentlichen Frontfrau zur Nebendarstellerin degradiert. Erst nach langem Zùgern lie¤ sie sich zu den von ihr bekannten Tanzeinlagen hinrei¤en, konnte damit die Kohlen aber auch nicht mehr aus dem Feuer holen. Zwar herrschte im Publikum eine durchweg gute Stimmung, doch dieser Funke wollte auf die Band nicht so recht Ùberspringen. FÙr unbedarfte Zuschauer lieferten Tristania sicherlich einen ordentlichen Auftritt, doch wenn man die Band noch von frÙheren Auftritten im Ged¹chtnis hat, ist deren Leistung im New Backstage leider nur mehr als durchschnittlich zu beurteilen. www.tristania.com THERIONTherion waren es, die den Abend zu einem unvergeßlichen Augenblick,
der leider viel zu schnell verflogen war, emporhoben. Wer h¹tte gedacht,
daß dieses metallisch funkelnde Aush¹ngeschild monumental-orchestraler
Klangkunst sich einst als beinharte Death Metal Combo aus Nifelheim erhob. Mit
gleich zwei neuen Alben im Gep¹ck, ‹Lemuraiñ und ‹Sirius Bñ, die Therion
von ihrer bislang abwechslungsreichsten Seite zeigen, verzauberten die
Schweden das Publikum fÙr beinahe zwei Stunden. Mastermind Christopher
Johnson entpuppte sich dabei als sympathischer Frontmann, der durch das
Programm, bestehend aus den Highlights ihrer langen Liste von Verùffentlichungen,
fÙhrte. UnterstÙtzt wurden er und seine Mitstreiter von einem grandiosen,
alle Stimmlagen perfekt beherrschenden S¹nger, dessen Identit¹t mir bis
heute noch verborgen blieb, einer gewichtigen Sopranistin mit noch gewichtigerer
Stimmgewalt und zwei Background-S¹ngerinnen, allesamt mit hùrbar klassischer
Gesangsausbildung. In dieser Besetzung schafften es Therion, das nahezu
Unmùgliche mùglich zu machen, n¹mlich die einmalige Atmosph¹re ihrer Alben
mit all dem Bombast live perfekt in Szene zu setzen. Vermutlich war es
dem inneren Metalbastard der Bandmitglieder zu verdanken, daß viele
der sonst eher ruhigen StÙcke verdammt heavy herÙberkamen und einem ausgelassenen
Headbanging somit nichts mehr im Wege stand. Als Finale gruben Therion
schlie¤lich noch einen Motùrhead-Klassiker aus: Iron Fist ¿ die perfekte
Gelegenheit, fÙr einige Raufbolde, sich im einzigen Pogokreis dieses friedlichen
Abends fÙr einige Minuten auszutoben. Diese Unholde! Wie kann man blo¤...?
J
|
|
|||
|---|---|---|---|---|
|
|
||||
| © subkultur.de 2004ff - nach hause - inhalt - erlebnisberichte |