{"id":286,"date":"2010-02-26T20:53:07","date_gmt":"2010-02-26T19:53:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.subkultur.de\/edition\/?p=286"},"modified":"2018-12-20T02:43:00","modified_gmt":"2018-12-20T01:43:00","slug":"adversus-der-zeit-abhanden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/adversus-der-zeit-abhanden\/","title":{"rendered":"Adversus &#8211; Der Zeit abhanden"},"content":{"rendered":"<h2><a href=\"https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/ADVERSUS-700.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-attachment-id=\"291\" data-permalink=\"https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/adversus-der-zeit-abhanden\/adversus-700\/\" data-orig-file=\"https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/ADVERSUS-700.jpg\" data-orig-size=\"797,531\" data-comments-opened=\"1\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;0&quot;}\" data-image-title=\"ADVERSUS-700\" data-image-description=\"\" data-image-caption=\"\" data-large-file=\"https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/ADVERSUS-700.jpg\" class=\"aligncenter size-full wp-image-291\" src=\"https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/ADVERSUS-700.jpg\" alt=\"\" width=\"797\" height=\"531\" srcset=\"https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/ADVERSUS-700.jpg 797w, https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/ADVERSUS-700-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/ADVERSUS-700-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/ADVERSUS-700-650x433.jpg 650w, https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/ADVERSUS-700-100x67.jpg 100w, https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/ADVERSUS-700-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/ADVERSUS-700-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/ADVERSUS-700-450x300.jpg 450w, https:\/\/www.subkultur.de\/edition\/wp-content\/uploads\/2013\/03\/ADVERSUS-700-600x400.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px\" \/><\/a>Zum neuen Adversus-Album<\/h2>\n<p>Kurz vor dem letzten Wintereinbruch vereinbarten die Band Adversus, das Musiklabel Sonorium und Periplaneta eine erst- und bis dato einmalige Zusammenarbeit, deren Ziel ein opulentes Bundle aus Buch und CD war. Nun sind solche Bundle als limitierte Version oder &#8222;Fan&#8220; Edition&#8220; nichts Ungew\u00f6hnliches mehr, jedoch ist der Opus &#8222;DER ZEIT ABHANDEN&#8220; ein Gesamtkunstwerk, das es auf ausdr\u00fccklichen Wunsch der Band nur als Gesamtheit geben wird.<\/p>\n<p>Konsequent sind auch die inhaltlichen Prallelen, denn zu jedem Song auf dem Album wurde im Buch eine von Mastermind Torsten Schneyer geschriebene Geschichte verewigt, sodass sich Musik und Geschichten mehr als nur erg\u00e4nzen. Das Experiment ist gegl\u00fcckt und wir wissen nun, dass ohne diese Gemeinschaftsproduktion die Welt um einen wirklich guten Schreiber \u00e4rmer w\u00e4re&#8230; Denn bei allem Lob, dem ADVERSUS nun nach mehrj\u00e4hriger B\u00fchnenabstinenz, wegen ihrer druckvollen Musik habhaft wird, sollte\u00a0 nicht unerw\u00e4hnt bleiben, dass sich hier nicht nur eine Band neu erfindet, sondern auch ein gro\u00dfartiger Autor ein mehr als beachtliches Deb\u00fct abliefert&#8230;<\/p>\n<p>Nun hat sich die Band einer eingehenden Befragung ausgesetzt, deren Ergebnis inhaltsgleich auch auf ihrer Webseite zu lesen ist. Das Interview f\u00fchrte Eva Reiner.<\/p>\n<p><strong>Da das Warten schlie\u00dflich ein Ende und der Rest der Welt nun Zugang zum neusten adversianischen Machwerk hat, scheint es lohnenswert den Musikern bez\u00fcglich des einen oder anderen Sachverhalts etwas genauer auf den Zahn zu f\u00fchlen, vielleicht noch das eine oder andere interessante Detail hinter den Kulissen und aus den Tiefen diverser Geister hervor zu zerren und der interessierten \u00d6ffentlichkeit zu pr\u00e4sentieren.<\/strong><\/p>\n<div>\n<ul>\n<li>Rosendorn, worin siehst du die entscheidenden Ver\u00e4nderungen, Verbesserungen und Neuerungen dieses Albums im Vergleich zu seinen Vorg\u00e4ngern?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Den meisten Leuten f\u00e4llt zurzeit auf, dass unser neues Album deutlich h\u00e4rter und metallischer als seine Vorg\u00e4nger ausgefallen ist. Dies liegt auch daran, dass Thomas nun nicht mehr nur als Livedrummer fungiert, sondern auch an der CD mitgearbeitet hat\u2026 und wenn man solch einen Kn\u00fcppeltroll im Keller gefangen h\u00e4lt, dann muss man ihn mit harten Gitarren f\u00fcttern, sonst wird er b\u00f6se! Dar\u00fcber hinaus habe ich zusammen mit Tommy Steuer von Sonorium viel Zeit in den Klang der Scheibe gesteckt. Alles ist nun viel klarer und transparenter als fr\u00fcher. Auch wenn unsere H\u00f6rer die Klangdichte und Komplexit\u00e4t von Adversus sch\u00e4tzen, hatte manch einer mit dem Overkill des letzten gro\u00dfen Werks seine Einstiegsprobleme. Ich habe daher versucht, mich im Hinblick auf parallele Spuren ein bisschen zu beschneiden um die St\u00fccke etwas weniger erschlagend klingen zu lassen. Nat\u00fcrlich sind sie das immer noch auf ihre Weise, aber die \u201eneue Adversus\u201c ist deutlich zug\u00e4nglicher als \u201eEiner Nacht Gewesenes\u201c. Gleichzeitig ist sie inhaltlich bitterer und h\u00e4rter. Paradox, oder?<\/p>\n<ul>\n<li>Angenommen wir w\u00e4ren alle \u201ean einem besseren Ort\u201c, Utopia o.\u00e4., und Geld und Zeit h\u00e4tten keine Rolle gespielt, was w\u00fcrdest du an der aktuellen Produktion noch ver\u00e4ndern wollen? Oder anders ausgedr\u00fcckt, wie zufrieden bist Du mit deinem neusten Werk?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Utopias sind langweilig, denn erst die Herausforderung, bestehend aus vielen kleinen Hindernissen, spornt K\u00fcnstler zu ihren Leistungen an.\u00a0 Eine der Geschichten im der CD beigelegten Buch hei\u00dft \u201eEntropia\u201c, was ein Zusammengesetzes Kunstwort aus \u201eEntropie\u201c und \u201eUtopia\u201c ist. Entropie als physikalischer Begriff beschreibt die Neigung geschlossener Systeme, einen energetisch m\u00f6glichst neutralen, ausgeglichenen Zustand herzustellen und letzten Endes den nicht umkehrbaren W\u00e4rmetod des Universums. Popul\u00e4rwissenschaftlich-philosophisch ist die Entropie die Neigung der Finge, ins Chaos abzugleiten, egal wie sehr man sich um einen geordneten Idealzustand bem\u00fcht. Murphys Law, wenn du so willst. Dieses Spannungsfeld aus Tr\u00e4umen und harten Realit\u00e4ten ist f\u00fcr den K\u00fcnstler undglaublich wichtig. Ohne Spannung und Reibung an der Wirklichkeit keine Kunst! Adersus ist eine No-Budget-Band, finanziert durch unsere echten Jobs, ein paar verkaufte T-Shirts und einen gutm\u00fctigen Plattenlabel-Chef. Ich versuche, mit quasi nicht vorhandenen finanziellen Mitteln anspruchsvolle Alben, interessante B\u00fccher und sch\u00f6ne Videos zu produzieren und ohne unsere Partner \u2013 diesmal sind es Sonorium zusammen mit Periplaneta- w\u00fcrde das nicht funktionieren.\u00a0 Auch die Wahl unserer Ausdrucksform macht es nicht einfacher: 99% der Leute, die eine CD von Adversus in die Finger bekommen, fragen sich: \u201eDas soll DAS denn sein? Meint der das ernst?\u201c. Die intellektuell eher minder bescherten sitzen ratlos vor meinem Schreibwerk, den ganz Harten sind ist die Musik zu softie-kitschig (Klassischer Frauengesang und Romantik\u2026 Igittigitt!), den Weichgesp\u00fclten wiederum zu hart (\u201ewarum muss der Kerl so schreien?\u201c) den Puristen viel zu \u00fcberladen (\u201eH\u00e4tte ein Instrument nicht gereicht?\u201c) usw. Adversus bedeutet wohl auch, unverstanden zu sein und keinem Genre richtig anzugeh\u00f6ren, was sich nat\u00fcrlich nicht gerade direkt in die Charts f\u00fchrt.\u00a0 Aber genau dieser Kampf gegen Widrigkeiten ist es, den Kunst braucht,. Wenn einem alles in den Scho\u00df f\u00e4llt, gibt man sich keine M\u00fche mehr.<\/p>\n<ul>\n<li>Warum greifst du mit Track 4 ausgerechnet auf die das Album \u201eEiner Nacht Gewesenes\u201c immer wieder durchziehende\u00a0 Kennungsmelodie und Thematik\u00a0 zur\u00fcck?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Als ich mit Einer Nacht Gewesenes fertig war, war ich wirklich \u201efertig\u201c in dreifachem Sinne (und es sei Euch allen erlaubt, dar\u00fcber eigene Spekulationen anzustellen). Doch zu Beginn der Arbeiten an der neuen CD sp\u00fcrte ich, dass ich zumindest mit dem Thema der Platte noch nicht ganz durch war, dass es da noch Dinge zu sagen gab; musikalisch wie textlich. Es war sch\u00f6n, die Geschichte dieses Albums noch einmal richtig aufzuschreiben, ein bisschen dar\u00fcber zu phantasieren und dann eine Art Medley auf die alten musikalischen Themen zu komponieren. Nun soll es damit aber gut sein.<\/p>\n<ul>\n<li>Aysel, deine klassische Gesangsstimme gl\u00e4nzt nicht nur als weibliche Haupts\u00e4ngerin von Adversus. Wo und wie lernt man so zu singen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aysel: Durch jahrelanges hartes Arbeiten an der Stimme. Ich nehme privaten Gesangsunterricht. Eine gute Gesangslehrerin ist da Gold wert, die muss man aber erst mal finden. Das war gar nicht so einfach. Meine klassische Gesangsausbildung ist heute immer noch nicht abgeschlossen. Ich lerne immer wieder Neues, obwohl die Gesangstechnik nicht wirklich neu ist, aber es erscheint irgendwann im neuen Licht, weil man pl\u00f6tzlich versteht, wie es richtig ist und wie es gut klingt. Ich glaube man lernt nie aus. Aber das macht es so reizvoll und es macht Spa\u00df zu h\u00f6ren, wie die Stimmer immer besser wird.<\/p>\n<ul>\n<li>Ger\u00fcchten zufolge hast du es gar nicht so sehr mit der Metal- und Darkszene. Ist es f\u00fcr dich nicht manchmal ein wenig befremdlich, vorsichtig formuliert \u201eTexte der etwas anderen Art\u201c zu singen, und mit dieser bei Zeiten auch etwas abseitigen Fankultur in Kontakt zu kommen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Aysel: Ja das stimmt, ich bin nicht aus der Szene. Ich finde unsere Texte aber sehr sch\u00f6n, gar nicht so anders. Ich habe keine Ber\u00fchrungs\u00e4ngste mit Menschen die aus der Gesellschaft hervorstechen, weil sie anders aussehen. Auch ich grenze mich sehr gerne ab, indem ich mich bewusst auffallend kleide. Ihr seht, ich bin gar nicht so anders wie ihr. Nur schwarz ist nicht meine Lieblingsfarbe. Ich liebe es bunt. Als wir mal ein Konzert auf einer Metal-Veranstaltung gegeben haben, fand ich die Kleidung der K\u00fcnstler sehr krass. Aber das st\u00f6rt mich nicht, im Gegenteil. Mich inspiriert das. Ich mag kein Mainstream, vor allem nicht musikalisch. Das Leben w\u00e4re langweilig bei Einseitigkeit. Ich freue mich \u00fcber vielf\u00e4ltige Kontakte.<\/p>\n<ul>\n<li>Johanna, obwohl man dich wohl ohne \u00dcbertreibungen als vielversprechendes gesangliches Nachwuchstalent bezeichnen darf, singst du bisher noch nicht solit\u00e4r. Wie geht man damit um, \u201enur\u201c die zweite Stimme zu sein?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Johanna: Naja, was hei\u00dft \u201enur\u201c? Ich kann an einem spannenden Projekt wie Adversus mitarbeiten und sammle dabei viele neue Erfahrungen, denn sowohl die Arbeit mit einer Band als auch Rosendorns Arbeitsstil sind teilweise echte Herausforderungen (lacht). Au\u00dferdem macht das Ganze auch noch wirklich Spa\u00df \u2013 langweiliges Hintergrundsingen ist etwas anderes. Abgesehen davon singe ich seit ich ein Kind war in verschiedenen Ch\u00f6ren, mir bereitet gerade das Zusammenspiel mehrerer Stimmen gro\u00dfe Freude. Mit Aysels Stimme und den \u00fcbrigen Instrumenten den in meinen Ohren einzigartigen Gesamtklang von Adversus mit zu formen\u00a0 ist mir wichtiger, als mich auf Gedeih und Verderben zu profilieren. Aber wer wei\u00df, vielleicht gibt es ja in Zukunft das ein oder andere St\u00fcck, bei dem ich gr\u00f6\u00dfere Gesangsanteile habe. Ich bin selbst gespannt, wo die Reise\u00a0 hingeht.<\/p>\n<ul>\n<li>Im Video zu \u201eEin Ding im Spiegel\u201c warst du das erste Mal offiziell f\u00fcr die Fans zu h\u00f6ren. Schildere uns doch ein paar Eindr\u00fccke von den Dreharbeiten!<\/li>\n<\/ul>\n<p>Johanna: Oje, der Dreh war so voller Eindr\u00fccke, das wird schwierig.\u00a0 Ich habe die Dreharbeiten haupts\u00e4chlich als sehr intensiv, konzentriert und auch inspirierend erlebt. Wir haben ungef\u00e4hr 10 Stunden nonstop gedreht, aber weil alle Beteiligten voll bei der Sache waren, hat man die Anstrengung kaum gemerkt. Daf\u00fcr ist eine unglaubliche Atmosph\u00e4re entstanden, was zu nicht geringem Teil am Drehort lag. Das Zeughaus in Leipzig bot mit seinen R\u00e4umen voll Ger\u00fcmpel, sonderbaren Objekten und der \u00fcber allem liegenden leicht gruseligen Grundstimmung\u00a0 die perfekte Kulisse f\u00fcr unser Video. Wenn man so allein durch die dunklen G\u00e4nge gegangen ist, hatte man manchmal das Gef\u00fchl, dass wirklich Dinge aus den Spiegeln schauen (lacht). Den gr\u00f6\u00dften Aha- Effekt hat bei mir aber dann das fertige Video ausgel\u00f6st. Die Verwandlung vom Rohmaterial zum fertigen Clip ist erstaunlich. Zu sehen, was alles m\u00f6glich ist, wenn man mit viel Liebe zum Detail und Flei\u00df ans Werk geht, hat mir richtig Lust auf mehr gemacht. Ich w\u00fcrde sofort wieder ein Video mit Adversus drehen!<\/p>\n<ul>\n<li>Thomas, deine anderen Bandprojekte lassen nicht unbedingt auf einen Metaldrummer schlie\u00dfen, du scheinst urspr\u00fcnglich eher aus der Progressive Rock -Ecke zu kommen. Dennoch ist das Drumming, das wir nun auf \u201eDer Zeit abhanden\u201c zu h\u00f6ren bekommen, \u00e4u\u00dferst vertrackt und druckvoll. Steckt in dir nicht vielleicht doch ein heimlicher Darkmetaller?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Thomas: Wer wei\u00df? Ich mag vertrackte Rhythmen und Power d\u00fcrfen sie auch haben. Diese Kriterien gelten f\u00fcr sehr viele Musikrichtungen. Schubladen mag ich nicht so sehr, es muss mir gefallen, dann kann ich auch was Sch\u00f6nes dazu trommeln.<\/p>\n<ul>\n<li>War die Umstellung auf adversianische Musikmuster schwierig und ist es nicht manchmal verwirrend, parallel zu all diesen Synths und Drumsounds zu spielen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Thomas: Nein, nach einer Eingew\u00f6hnungsphase f\u00fchlt sich das ganz nat\u00fcrlich an. Ich spiele mehrere Projekte, die Backing-Files oder einen Klick benutzen, z.B. Secret World.<\/p>\n<ul>\n<li>Rosendorn hat mir erz\u00e4hlt, dass du dich insbesondere f\u00fcr behinderte Menschen stark machst. Interessant, wie darf man sich das vorstellen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Thomas: Ich spiele in einer integrativen Rockband namens Satisfactory, die die jeweiligen St\u00e4rken der Members f\u00f6rdert und entwickelt. Ich habe auch beruflich mit behinderten Menschen gearbeitet. F\u00fcr mich ist der Kontakt mit diesen nichts ungew\u00f6hnliches, jeder Mensch hat seinen Kommunikations-Code, den man lernen muss, wenn man sich austauschen will. Das ist bei geistig Behinderten auch nicht anders, manchmal nur kniffliger.<\/p>\n<ul>\n<li>Auf Anhieb und offensichtlich \u201eins Ohr springen\u201c d\u00fcrfte wohl die neue H\u00e4rte vieler Lieder; die elektronischen Tendenzen weichen an vielen Stellen Metal-Anleihen oder werden zumindest entsprechend erg\u00e4nzt \u2013 gerade in Abgrenzung zur insgesamt relativ gem\u00e4\u00dfigten \u201eLaya\u201c. Der geneigte H\u00f6rer fragt sich nat\u00fcrlich, ob diese neue epische Breite und nochmals gesteigerte Bombastik, nur eine aktuelle R\u00fcckbesinnung auf eigene schwermetallische Wurzeln des Herrn Rosendorn darstellt, oder ob sich die adversianische Fangemeinde nun auch dauerhaft auf ein \u201eBrachial in die Zukunft\u201c einstellen sollte?\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Ich habe eine recht harte Zeit hinter mir aus Gr\u00fcnden, die erst Mal wenig mit der CD zu tun haben. Die vergangenen zwei Jahre waren die wohl dunkelsten meines Lebens und ich habe \u2013aus vielerlei Gr\u00fcnden- eine unglaubliche Wut entwickelt. Diese Wut ist noch nicht verraucht, sondern sorgsam im Keller verstaut wo sie keinem Schaden kann, au\u00dfer vielleicht mir selbst. Dennoch kann sie da nicht ewig bleiben und vor sich hin schwelen, sonst fliegt mir das Haus um die Ohren. Das Konzept zum n\u00e4chsten Album steht bereits und es verlangt nach K\u00e4lte und nach H\u00e4rte. Einen R\u00fcckschritt zu rein elektronischen Neoklassik-S\u00e4useleien kann ich mir also zur Zeit nicht wirklich vorstellen, auch wenn der dunkelromantische Teil immer zu Adversus geh\u00f6ren wird.<\/p>\n<ul>\n<li>Auch das \u201ePersonalkarussell\u201c der Band hat sich wieder mal ein St\u00fcckchen weiter gedreht; Lestaria hat die Band verlassen, w\u00e4hrend es mit Johanna neue gesangliche Unterst\u00fctzung gibt. Au\u00dferdem erg\u00e4nzten vielversprechende Gastmusiker bereits die neue Platte und das Video zu ein \u201eEin Ding im Spiegel\u201c. Mittlerweile k\u00f6nnte man sich daher durchaus fragen, ob die \u201eIdee Adversus\u201c nicht von vornherein so konzipiert war und sich die stetig mehr oder minder wechselnde Besetzung \u201eum einen harten Kern\u201c nicht als eines der durchaus positiven, bereichernden Kennzeichen der Band erweisen k\u00f6nnte (neben den praktisch nat\u00fcrlich schwierigen Aspekten dieser Tatsache).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: In der Musikszene scheint es da zwei Schablonen zu geben: Die einen stilisieren sich als zusammengeschwei\u00dfte Jungs-Band nach dem Motto \u201eF\u00fcnf Freunde sollt ihr sein\u201c, die anderen gruppieren sich devot um irgendeinen egomanischen Star. Adversus liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen. Nat\u00fcrlich begann es als mein Soloprojekt mit S\u00e4ngerin und nat\u00fcrlich konzentriert sich ein Gro\u00dfteil der kreativen Arbeit um mich herum. Adversus ist eher eine Art Musikerkollektiv unter meiner Leitung als eine klassische Band. Nichtsdestotrotz sind die anderen Bandmitglieder unverzichtbar. Sie leisten gro\u00dfartige Arbeit und ohne sie w\u00e4re die Musik um einiges \u00e4rmer. Mit dem St\u00fcck \u201eEntropia\u201c wollte ich meinen Mitmusikern eine Referenz erweisen. Es handelt sich um ein Instrumental, und jeder darf mal zeigen, welche Virtuosit\u00e4t in ihm steckt, ohne dass sich eine Gesangsstimme in den Vordergrund dr\u00e4ngelt.<\/p>\n<ul>\n<li>\u00a0Sebastian, als Gitarrist warst du bereits auf der eher ruhigen und folkig angehauchten \u201eLaya\u201c-EP zu h\u00f6ren. Was macht dir mehr Freude: Akustisch-klassische Gitarre oder das harte Metalbrett?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sebastian: (grinst) Es ist das Gitarrespielen an sich, das ich so unheimlich mag, egal ob elektrisch verst\u00e4rkt oder akustisch. Die akustischen Gitarrenstimmen auf der \u201eLaya\u201c sind wundervoll fragil, verspielt und m\u00e4rchenhaft, eben das, was eine akustische Gitarre herausragend transportieren kann. Es geht beim Einsatz der akustischen Gitarren ja auch meist um Herzensangelegenheiten: Liebe oder auf dem neuen Album Minne lassen sich so eben viel besser ausdr\u00fccken, als durch hartes Metal-Riffing. Wobei dieses keinesfalls abgewertet werden soll, denn es macht einfach einen unheimlichen Spa\u00df laute, schnelle und brutale L\u00e4ufe zu Double-Base Gewitter aus dem Instrument zu holen. Wenn die akustische Gitarre romantische Gef\u00fchle symbolisiert, dann steht die E-Gitarre ganz klar f\u00fcr eine Art von infantilem Spa\u00df an L\u00e4rm, der Sch\u00f6nheit des Chaos und dem Wunsch nach Selbstinszenierung, dazu sind zum Beispiel Soli ja gedacht. Es ist immer dem Gitarristen selbst \u00fcberlassen, ob er sich zu einer der beiden Seiten eher hingezogen f\u00fchlt oder etwas ganz anderes in seinem Instrument sieht, das ihn best\u00e4tigt sich auf eben dieses zu beschr\u00e4nken, f\u00fcr mich pers\u00f6nlich erg\u00e4nzen sich akustische und elektrische Gitarre viel zu gut, als das ich eine Pr\u00e4ferenz entwickeln k\u00f6nnte.<\/p>\n<ul>\n<li>Wenn man als einzelner Musiker an solch einem Projekt mitarbeitet, bei dem noch viele andere Leute mitmachen und lediglich einer vor allem f\u00fcr das Inhaltliche zust\u00e4ndig ist, hat man da trotzdem\u00a0 einen inneren Bezug zu den Texten, Bildern usw.? Was bedeutet dir Adversus?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Sebastian: Auf jeden Fall hat man einen starken Bezug zu Bildern und Geschichten, denn f\u00fcr mich pers\u00f6nlich geben Gem\u00e4lde und Erz\u00e4hlungen der Musik den Kontext ohne den die sie sonst nicht vollst\u00e4ndig w\u00e4re.\u00a0 Mich interessieren stets auch die Hintergr\u00fcnde der St\u00fccke, die ich gerade interpretiere, denn wie sollte man einem St\u00fcck Leben einhauchen, das man gar nicht verstehen kann? Zwar besteht Adversus aus vielen einzelnen Musikern und einem Komponisten, doch ist es nicht so, als h\u00e4tte der einzelne Musiker \u00fcberhaupt keinen Einfluss auf das fertige St\u00fcck. Rosendorn fragt uns oft nach unserer Meinung und stellenweise sind zwar die T\u00f6ne vorgegeben, die klangliche Ausgestaltung also Betonungen, Anschlagsarten und Tempo jedoch der eigenen Interpretation \u00fcberlassen.<br \/>\nDaher messe ich pers\u00f6nlich Adversus eine sehr gro\u00dfe Bedeutung bei, denn diese Art der Konzeption aus Kunst, Musik und Literatur, gepaart mit gro\u00dfartigen Mitmusikern ist einzigartig.<\/p>\n<ul>\n<li>Zu aller erst lie\u00dfe sich nat\u00fcrlich feststellen \u201eMuss das denn wirklich sein, noch irgend so ein neo-altes M\u00e4rchenbuchkonzept \u2026? Werden wir denn nie erwachsen <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.adversus.de\/wordpress\/wp-includes\/images\/smilies\/icon_wink.gif\" alt=\";)\" \/> !? Gibt es nichts Zeitgem\u00e4\u00dfes Treffendes?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: In der Tat hat der Anachronismus gerade in der schwarzen- und der Metalszene eine lange und manchmal zweifelhafte Tradition. Da wird die Vergangenheit allzu oft romantisiert, verherrlicht und verdreht und auch oft nicht mehr zwischen Historie und Fantasy unterschieden. Jeder zweite Nietentr\u00e4ger m\u00f6chte ein wettergegerbter Wickinger, ein vogelfreier Spielmann oder \u2013im Falle der holden Weiblichkeit- eine aufreizende Hexe oder ein vertr\u00e4umtes Burgfr\u00e4ulein sein. Mit solchen Ausgeburten der Folklore hat \u201eDer Zeit abhanden\u201c nichts zu tun. Sagen und M\u00e4rchen beruhen auf psychologischen Archetypen, und um die geht es mir. Nehmen wir z.B., den Archetyphus des Kriegers: jeder Mann, egal in welcher Epoche er geboren wird, muss sich der Frage nach seinem eigenen Gewaltpotential und der Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit seiner Anwendung stellen. Fr\u00fcher geschah dies z.B. durch die ritterliche Zucht und das damit verbundene Ideal des allzeit bereiten Kriegers, der keiner Auseinandersetzung aus dem Weg geht. In unserer aufgekl\u00e4rten Gesellschaft hat sich die Debatte verschoben, nun geht es mal abstrakt um angeblich \u201egerechte Kriege\u201c wie den in Afghanistan oder, eher aus der pers\u00f6nlichen Erlebniswelt, um Zivilcourage im Umgang mit U-Bahn-Schl\u00e4gern. Die Frage nach der Gewalt im Zusammenhang mit M\u00e4nnlichkeitsbildern ist also heute noch genauso aktuell wie vor 500 Jahren. Wenn also der Held meiner Geschichte in \u201eBr\u00fcder\u201c durch eine traumepisodenhafte Zeitreise in beiden Epochen Gewalterfahrungen sammelt und mit seinem kriegerischen Alter Ego konfrontiert wird (welches allerdings genauso viel Angst hat wie er selbst), dann ist dies eine hochmoderne Metapher, denn es geht, platt gesagt: um uns zu allen Zeiten und in allen m\u00f6glichen Welten. \u00dcbrigens spielt ein Gro\u00dfteil meiner M\u00e4rchen in der Hier- und-jetzt-Zeit!<\/p>\n<ul>\n<li>Warum hast Du also ausgerechnet durchg\u00e4ngig die Form \u201em\u00e4rchenhafter\u201c Kurzgeschichten gew\u00e4hlt? Inwieweit kommt diese literarische Ausdrucksform deinen Intentionen entgegen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Das phantastische Genre gibt mir gro\u00dfe Freiheiten in der Konstruktion einer Geschichte. Man ist nicht gezwungen, die psychologischen Prozesse innerhalb einer Figur nur anhand ihrer Taten oder gar durch w\u00f6rtliche Rede zu modellieren. In der Phantastik, im Zwischenreich von Traum und Realit\u00e4t,\u00a0 kann alles, was geschieht, eine Metapher sein.<\/p>\n<ul>\n<li>Gibt es irgendwelche literarischen Vorbilder und\/oder Inspirationsquellen, die dich auf eben diese Idee der Umsetzung gebracht haben?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Ich k\u00f6nnte jetzt ein bisschen Bildungsprotzertum veranstalten und mit allerhand Beispielen von Eichendorff bis Murakami um mich werfen, aber das lassen wir mal lieber. Ans Herz legen m\u00f6chte ich gerade den j\u00fcngeren Lesern jedoch unbedingt China Mieville, der mit seiner \u201eWierd Fantasy\u201c einem ausgelutschten Genre zu neuen literarischen H\u00f6hen verhilft. Gerade seine Kurzgeschichten sind unheimlich packend und trotz des Fantasy-Einschlags von \u00fcberraschender Tiefe.<\/p>\n<ul>\n<li>Inhaltlich werden weite Felder abgegrast: Wir finden uns wieder in mittelalterlichen Kl\u00f6stern, zwischen Figuren der griechischen Mythologie, lauschen der Geschichte Untoter verschiedenster Jahrhunderte und betrachten heutige und zuk\u00fcnftige Welten, in denen die Auswirkungen seltsamer Ph\u00e4nomene selbst vor dem scheinbar unverbr\u00fcchlichen Lauf der Zeit nicht haltmachen. Erhalten wir hier auch einen exklusiven Einblick in dein heimatliches B\u00fcchersortiment oder wie kommt diese Vielfalt sonst zu Stande?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Ich komme leider viel zu selten zum Lesen. Viel zu selten bedeutet bei mir: Nicht mehr als eine Stunde pro Tag, grunds\u00e4tzlich auf dem Weg zur und von der Arbeit (Ein Wunder, dass ich nicht l\u00e4ngst auf einem Zebrastreifen \u00fcberfahren wurde!) und abends vor dem Einschlafen. Ich lese fast alles, ob Belletristik oder Sachbuch. Beispiele herauszupicken scheint mir unm\u00f6glich.<\/p>\n<ul>\n<li>Kannst du dir vorstellen dem Renaissance-Menschen Rosendorn dauerhaft eine weitere Facette als Schriftsteller hinzuf\u00fcgen und die Adversianer auch zuk\u00fcnftig mit weiteren erg\u00e4nzenden oder solit\u00e4ren Buchprojekten zu erfreuen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Da m\u00f6chte ich mich nicht unter Druck setzen, wir werden sehen. Nat\u00fcrlich ist mit Der Zeit abhanden die Messlatte wieder ein St\u00fcck h\u00f6her angesetzt und ich bef\u00fcrchte, wenn den Leuten das Buch gef\u00e4llt, wollen sie zur n\u00e4chsten CD wieder eines.\u00a0 Aber vielleicht gibt es ja auch weitere Ausdrucksformen, die sich mit der Musik fusionieren lassen.<\/p>\n<ul>\n<li>Ein Gesamtwerk aus einer vollst\u00e4ndigen LP und einem dazugeh\u00f6rigen Buch zu erschaffen,\u00a0 h\u00f6rt sich nicht nur nach einer k\u00fcnstlerischen Herausforderung, sondern auch einem recht abenteuerlichen Unterfangen bez\u00fcglich des Entstehungsprozesses an. Wie kam es zu dieser Idee und welche Klippen galt es da zu umschiffen, bis du schlie\u00dflich das fertige Endprodukt in den H\u00e4nden halten konntest? Lass uns an deinem \u201eSchaffens- und Leidensweg\u201c Anteil nehmen <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.adversus.de\/wordpress\/wp-includes\/images\/smilies\/icon_wink.gif\" alt=\";)\" \/> !<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Ohje, das klingt so pathetisch! Aber die Frage ist insofern spannend, weil die Entstehungsgeschichte keineswegs abenteuerlich war, sondern das Projekt von Anfang an am Reisbrett in der sich nun pr\u00e4sentierenden Form durchgeplant wurde.\u00a0 Ich hatte bereits vor einigen Jahren Kurzgeschichten geschrieben, diese jedoch nur online ver\u00f6ffentlicht. Einmal konsequent alle diesbez\u00fcglichen Ideen umzusetzen, ein Buch zu schreiben und als Schriftsteller zu re\u00fcssieren, war durchaus ein kleiner, eitler Traum von mir. Der andere Ausschlaggebende Punkt war, dass ein Buch weitaus mehr Platz bietet, Songtexte und Illustrationen zu pr\u00e4sentieren. Also fasste ich den Plan, zwei H\u00e4nde voll Geschichten zu schreiben, dazu die passenden Lieder zu komponieren, die Songlyrik dazu zu dichten und das ganze Schlussendlich mit Illustrationen zu versehen. Die Illustrationen, gemalt mit Pastellkreide, sind im Original \u00fcbrigens nicht gerade klein, etwa DIN-A 2. Ich hatte eine kleine Ausstellung und habe die meisten davon inzwischen verkauft, was deutlich eintr\u00e4glicher war als die Musik. Seltsam, oder?<\/p>\n<ul>\n<li>Carsten, deine Profession als \u201eBassmeister\u201c ist unbestritten und wer verdiente wohl diesen Titel mehr als du, &gt; Dankesch\u00f6n! (lacht) &lt; zumal du ja auch noch an diversen anderen Musikprojekten arbeitest und obendrein auch als Berufsmusiker dein Geld verdienst. Wie darf man sich denn den Berufsalltag eines Solchen vorstellen?<\/li>\n<\/ul>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/adversus.de\/bandfotos\/Carsten-2.jpg\" alt=\" \" width=\"199\" height=\"300\" align=\"left\" border=\"1\" hspace=\"5\" vspace=\"2\" \/>Bassmeister: Sehr vielseitig. Ich habe eine halbe Stelle im Philharmonischen Orchester. Dort spiele ich klassische Musik, in dieser Woche zum Beispiel die Neunte Sinfonie von Beethoven. Vorn steht der Generalmusikdirektor und dirigiert. Da bleibt wenig Freiraum f\u00fcr Eigenes. Dennoch macht es viel Freude, Teil eines so gro\u00dfen Klangk\u00f6rpers zu sein. Im Alltag ist dann so, dass meistens vormittags um zehn Probe ist, bis eins und dann nachmittags oder abends noch einmal. Oder ich sitz im Orchestergraben und spiele Oper oder\u00a0 Konzerte nat\u00fcrlich. Au\u00dferdem spiele ich freiberuflich Barockmusik, eine meiner gro\u00dfen Leidenschaften. Damit reise ich oft durch Europa und lerne eine Menge Leute\u00a0 kennen. Und das geht dann eher projektweise. Man trifft sich in einem Konzertsaal oder einer Kirche f\u00fcr zwei bis drei Tage und probt und am Ende steht dann eine Auff\u00fchrung, manchmal auch zwei. Ab und zu zieht sich so ein Ensemble auch eine Woche in ein idyllisches Dorf zur\u00fcck und nimmt dort eine CD auf. Das sind dann ganz besondere Tage.<\/p>\n<ul>\n<li>Was sagen deine Orchester-Kollegen zu Adversus?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bassmeister: Einige reagieren befremdet. Viele sind aber eher neugierig und fragen mich dann aus.\u00a0 Manchmal habe ich die Musik auch im Auto an und wenn wir in\u00a0 Fahrgemeinschaft fahren, kommen wir dann ins Gespr\u00e4ch. Eine Geigerin hatte auch schon mal Tr\u00e4nen in den Augen.<\/p>\n<ul>\n<li>Augenscheinlich hast du dir eines der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Instrumente herausgesucht <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.adversus.de\/wordpress\/wp-includes\/images\/smilies\/icon_wink.gif\" alt=\";)\" \/> \u2013 wie h\u00e4ndelt man solch ein \u201eMonster\u201c, das ja sicher auch sein Gewicht hat!?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bassmeister: Ach, gegen den Kollegen vom Schlagzeug habe ich es doch vergleichsweise leicht. \u2026und kommt mir jetzt bitte nicht mit dem Spruch, ich h\u00e4tte Fl\u00f6te lernen sollen, daf\u00fcr gibt es doch schon die bezaubernde Pia! Der Kontrabass ist einfach MEIN Instrument und soo schwer ist er nun auch wieder nicht.\u00a0 (ohne H\u00fclle wiegt er 12 Kilo) Au\u00dferdem macht er auf der B\u00fchne was her und ist klanglich \u00fcberraschend flexibel. Das denkt man einfach nicht von solch einem \u201eRiesen\u201c. Cello kann jeder (lacht). Und \u00fcbrigens: fr\u00fcher hatte ich den Bass auch im Trabant mit. In Bus und Bahn gibt es manchmal Probleme, die sich aber mit etwas Freundlichkeit und Aufeinander-zugehen meistens l\u00f6sen lassen. Nat\u00fcrlich muss man sich manchmal \u201enette\u201c Spr\u00fcche anh\u00f6ren. Der beste: \u201e\u2026schau mal, jetzt bringt der Gruftie schon seinen Sarg mit in die Bahn!\u201c<\/p>\n<ul>\n<li>Bleibt neben deinem mannigfaltigen musikalischen Engagement \u00fcberhaupt noch Zeit f\u00fcr andere Dinge?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bassmeister: Das ist der gro\u00dfe Balanceakt des Lebens. Eine echte Herausforderung. Und mit der Zeit bekomme ich immer mehr \u00dcbung darin. Klar, es gibt Zeiten, da schlagen einem die Wellen \u00fcber dem Kopf zusammen und dann m\u00f6chte ich manchmal alles hinschmei\u00dfen, nur noch brav meinen Orchesterjob machen und gut is. Aber meistens reicht ein richtig gutes Konzert und der Antrieb ist wieder da. Ja, es gibt auch noch Zeit f\u00fcr ein Leben au\u00dferhalb der B\u00fchne.<\/p>\n<ul>\n<li>Nun stellt die Neuerscheinung \u201eDer Zeit abhanden\u201c eine f\u00fcr Adversus ungewohnte Art von Konzeptalbum dar: Der Zusammenhang der einzelnen Geschichten und Lieder ergibt sich vor allem aus der formalen Vereinigung in einer M\u00e4rchensammlung. Gibt es dennoch nennenswerte inhaltliche Gemeinsamkeiten und welche sind dies?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Ja, die gibt es, wenn auch eher dezent. Die Protagonisten fast aller Geschichten haben die Gemeinsamkeit, dass ihr Leben in der jeweiligen Geschichte durch ein Ereignis oder eine Begegnung komplett aus den Fugen ger\u00e4t und sie dazu gezwungen sind, ihre bisherige Existenz zu hinterfragen. Diese Br\u00fcche sind entweder traumatisch oder kathartisch\u2026 aber immer extrem. Eine andere Gemeinsamkeit der Geschichten ist, dass ihn ihnen Zeit eine gro\u00dfe Rolle spielt, darauf verweist ja auch der Titel. Wie nehmen die Protagonisten die Zeit war, was macht diese mit ihnen und wann wird die Wahrnehmung der Zeit zu einem subjektiv zeitlosen Ph\u00e4nomen? Und zu guter Letzt handelt es sich einfach auch um eine Sammlung nachdenklicher, seltsamer, manchmal trauriger und oft auch schauriger Geschichten, die alle ein \u00e4hnliches Grundgef\u00fchl von Verloren-sein miteinander teilen.<\/p>\n<ul>\n<li>Das Bundle aus CD und Buch er\u00f6ffnet den Konsumenten nicht nur eine medial erweiterte Vielfalt, auch die lyrischen Aussagen der einzelnen Tracks sind nicht immer zwangsl\u00e4ufig deckungsgleich mit den dazugeh\u00f6rigen Geschichten.\u00a0 Was bezweckst du mit diesem Zwei- bzw. (wie im Fall von \u201eEin Ding im Spiegel\u201c durch den dritten Plot des Videos) Drei-Klang an Aussagepotential?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Meine Arbeitsweise bestand darin, immer zuerst die Geschichte zu schreiben, denn dann hatte ich ausreichend \u201eBasismetarial\u201c im Kopf. Als n\u00e4chstes habe ich mir \u00fcberlegt, wie so eine Geschichte denn klingen k\u00f6nnte und einen passenden Song arrangiert. Als Drittes folgte der Songtext und zum Schluss malte ich ein Bild. Dies widerholte ich dann auf mehr oder weniger gleiche Weise elf Mal. Meiner Meinung nach ist Kunst eine Form der Kommunikation, und Kunstformen sind wie verschiedene Sprachen, von denen jede einzelne ihren eigenen Duktus, ihre eigene Poesie besitzt. Es hat mich gereizt eine Geschichte in vier verschiedene Sprachen zu \u00fcbersetzen. Wie \u201eklingt\u201c das Haar eines Grablichtm\u00e4dchens? Wie \u201ereimt\u201c sich ihr Gitarrenriff,\u00a0 und wie \u201elie\u00dft\u201c sich der Glanz seiner Haut? Es w\u00e4re langweilig gewesen, eine exakte \u00dcbersetzung zu liefern, stattdessen habe ich die verschiedenen Medien dazu benutzt, eine jeweils andere Perspektive auf das Thema zu zeigen. Oft scheinen Lyrik oder Illustration nicht exakt zu \u201eihren\u201c Geschichten zu passen, aber dann sollte man eben noch einmal genauer hinschauen und versuchen, die Sache aus einem anderen Blockwinkel zu betrachten.<\/p>\n<ul>\n<li>Stellt sich das Komponieren von Musik, das Verfassen von Lyrik und Prosa f\u00fcr dich als eine eher rational oder eher emotional gesteuerte T\u00e4tigkeit dar?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Nat\u00fcrlich sowohl als auch. Jeder, der Kunst macht wei\u00df, dass das auch von \u201eK\u00f6nnen\u201c und nicht von \u201eWollen\u201c kommt, denn sonst w\u00fcrde es \u201eWunst\u201c hei\u00dfen. Und es ist harte Arbeit, vor allem wenn man versucht, so viele B\u00e4lle gleichzeitig in der Luft zu halten. Andererseits muss man aus dem Inneren sch\u00f6pfen und f\u00fchlen, was richtig ist, denn erstens hat man sonst keine Ideen und zweitens wird es dann seelenlos.<\/p>\n<ul>\n<li>Pia, auch du hattest im Video deinen ersten Auftritt im Bandkontext. Was waren deine Eindr\u00fccke beim Dreh?<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/www.adversus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/pia.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"pia\" src=\"http:\/\/www.adversus.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/pia.jpg\" alt=\"pia\" width=\"200\" height=\"300\" align=\"right\" border=\"1\" hspace=\"5\" vspace=\"2\" \/><\/a>Pia La Musica: Unseren Drehort fand ich sehr bizarr und schr\u00e4g \u2013 sehr passend zur Band. Man konnte sich in dem Geb\u00e4ude gar nicht sattsehen an den vielen Kuriosit\u00e4ten, die sich einem da auftaten.<br \/>\nZudem habe ich mich sehr gefreut, mit welch engagierten Menschen ich in Zukunft Musik machen werde. Ich kannte ja vorher niemanden aus der Band (ausgenommen Rosendorn) und fand es sch\u00f6n mit anzusehen, wie alle ohne zu murren mit angepackt und sich f\u00fcr den Dreh eingesetzt haben.<\/p>\n<ul>\n<li>Auch der geschulte H\u00f6rer r\u00e4tselt bei Adversus oftmals, was denn nun gesampelt und was von Musikern direkt aufgenommen wurde. Vielleicht kannst du den Adversianern bei dieser Frage helfen und deine Parts \u201everraten\u201c?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Pia La Musica: Naja, alles was sich nach einer Querfl\u00f6te anh\u00f6rt wurde von mir eingespielt.<\/p>\n<ul>\n<li>Und wie steht es mit der zuk\u00fcnftigen Entwicklung? Wird man auch \u00fcber die Einspielungen f\u00fcr dieses Album hinaus bei Adversus von dir h\u00f6ren?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Pia La Musica: Ich denke, n\u00e4chstes Jahr werden wir on Tour gehen, im Februar ist ja schon ein Leseabend mit Live-Musik geplant, da bin ich nat\u00fcrlich mit von der Partie. Ich kann mir auch vorstellen, bei weiteren Auftritten dabei zu sein.<\/p>\n<ul>\n<li>Menschen, die den Herrn Kreator vielleicht ein wenig kennen, m\u00f6gen vielleicht, zumindest aus der Lyrik des Albums, doch einige Selbstreferenzen und Anspielungen heraush\u00f6ren. Inwieweit ist dies beabsichtigt und wie stehst du allgemein zur Thematik der Selbstoffenbarung des K\u00fcnstlers in seiner Kunst?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Niemand, der sowas macht und ehrlich ist, w\u00fcrde autobiografische \u2013 oder wenigstens unterbewusst eigene- Einfl\u00fcsse abstreiten. Wie sollte das denn auch anders sein, denn ich lebe ja nur mein Leben, nicht da\u00df eines anderen- und kenne nur dieses eine. Ich w\u00fcnsche mir aber, dass die H\u00f6rer und Leser Der Zeit abhanden als eigenst\u00e4ndiges Werk genie\u00dfen, ohne in jeder Zeile nach Rosendorn zu suchen.<\/p>\n<ul>\n<li>Nachdem er eine Weile quasi \u201ein der Versenkung verschwunden\u201c war, bekommt die griechische Mythengestalt des Orpheus nun in \u201eDer Zeit abhanden\u201c wieder angemessen Raum <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.adversus.de\/wordpress\/wp-includes\/images\/smilies\/icon_wink.gif\" alt=\";)\" \/> \u2013 was fasziniert dich ausgerechnet so an dieser Figur und ihrer Geschichte?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Du hast aufgepasst, in Katharsis hatte er damals einen ersten einzeiligen Auftritt!\u00a0 Die Sage von Orpheus und Eurydike enth\u00e4lt so ziemlich alles, was einen guten, symbolgeladenen schwarzromantischer Stoff ausmacht: Eine sch\u00f6ne (allerdings sehr tote) Frau, unersch\u00fctterliche Liebe, der dunkle Hades, ein schicksalhafter Handel, Persephone als Herrin der Unterwelt und ein nicht sehr erbauliches Ende, das im Suizid endet. Herrlich, was will man mehr? Bei mir nimmt die ganze Sache allerdings einen etwas anderen Lauf, wie der Leser feststellen wird\u2026<\/p>\n<ul>\n<li>Ebenfalls eine bekannte Tatsache stellt deine k\u00fcnstlerische Besch\u00e4ftigung mit mittelalterlichen Thematiken, wie der hohen Minne und dem Schwertkampf dar. Wie passen zwei scheinbar so gegens\u00e4tzlichen Interessengebiete wie die \u201eklassische Mythologie\u201c und das \u201eaetas obskura\u201c zusammen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: All diese Dinge sind als geistiges Gut sowohl in der Hoch- als auch in der Popkultur fest verankert und somit f\u00fcrderhin unsterblich. Alles vergangene, was den Menschen bewegt, hat ein Eigenleben und sich dadurch als \u201eMeme\u201c, wie Richard Dawkins sagen w\u00fcrde, in das Kollektivged\u00e4chtnis eingebrannt. Somit sind solche Dinge in der Tat \u201eDer Zeit abhanden\u201c.<\/p>\n<ul>\n<li>Nun k\u00f6nnte sich der kritische Betrachter und H\u00f6rer durchaus fragen, wohin denn all dieser Eskapismus f\u00fchren soll. Sicherlich ben\u00f6tigen wir alle ab und an die Flucht aus dem schn\u00f6den, Alltag, aber wirkt nicht alles umso grauer, wenn man zur\u00fcckkehrt? Und ist tr\u00e4umen schon genug? Vergisst nicht der Tr\u00e4umende allzu leicht die Tat, die ihm erst dauerhafte Erleichterung verschaffen kann?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Ich finde das gar nicht. Sieh mal, was ist der Mensch ohne Erinnerung? Stell dir vor, du h\u00e4ttest nur dein Kurzzeitged\u00e4chtnis und w\u00fcrdest alles \u2013wirklich alles- sofort wieder vergessen: W\u00e4re das nicht unfassbar beunruhigend, verwirrend und auch \u00f6de? Sehen wir mal von den akuten Problemen (Wo bin ich, wo finde ich Alkohol usw.) ab, die sich daraus ergeben w\u00fcrden: Ein guter Scherz w\u00e4re nicht lustig, denn du w\u00fcrdest die Begebenheit, auf die er sich bezieht, nicht erinnern. Ein Liebesbrief w\u00e4re ohne jede Bedeutung, denn der Absender w\u00e4re dir ja unbekannt. Ohne Vergangenheit ist die Gegenwart leer. Und nun addiere dein bisheriges Leben und 4000 Jahre kollektives Wissen und Kultur auf diese Gegenwart: voil\u00e0: pl\u00f6tzlich ist die Welt beseelt und voller Bedeutung! Dar\u00fcber hinaus l\u00e4sst sich trefflich streiten, ob Der Zeit abhanden wirklich von Eskapismus handelt oder nicht doch eher von einer aktiven Suche.<\/p>\n<ul>\n<li>So bleibt abschlie\u00dfend wohl nur zu fragen, wie denn all die der Zeit abhandenen und der Realit\u00e4t f\u00fcr eine Weile entflohenen Adversianer wieder aus dem dunklen, teilweise gar finstren Rosendorn\u00b4schen M\u00e4rchenwald herausfinden sollen? Enthielt der Vorg\u00e4nger \u201eLaya\u201c noch die explizite Warnung, nicht einfach so jedem fremden Sukkubus, dem man im Wald begegnet, zu folgen, so gibt es f\u00fcr das vielfach komplexere Neuwerk, keinerlei Gebrauchshinweise \u2026 Kann es eine unbeschadete R\u00fcckkehr, ein Entkommen geben <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.adversus.de\/wordpress\/wp-includes\/images\/smilies\/icon_wink.gif\" alt=\";)\" \/> ?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Rosendorn: Wenn es diesmal eine \u201eMoral von der Geschicht\u2018 \u201c gibt, dann die, dass man einfach seinen Weg gehen muss, wenn man nicht von Morbargen kummuliert und Riesenspinnen\u00a0 verspeist werden will. Manchmal hilft auch eine Tasse Zimtkaffee und eine Schale Kekse ein ganzes St\u00fcck weiter.<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.adversus.de\/wordpress\/wp-includes\/images\/smilies\/icon_wink.gif\" alt=\";)\" \/><\/p>\n<p>REM: Vielen Dank f\u00fcr eure Offenheit und die interessanten und\u00a0 ausf\u00fchrlichen Ausk\u00fcnfte!<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"shariff shariff-align-flex-end shariff-widget-align-flex-end\"><ul class=\"shariff-buttons theme-round orientation-horizontal buttonsize-small\"><li class=\"shariff-button facebook\" style=\"background-color:#666666\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sharer\/sharer.php?u=https%3A%2F%2Fwww.subkultur.de%2Fedition%2Fadversus-der-zeit-abhanden%2F\" title=\"Bei Facebook teilen\" aria-label=\"Bei Facebook teilen\" role=\"button\" rel=\"nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; background-color:#990000; color:#fff\" target=\"_blank\"><span class=\"shariff-icon\" style=\"\"><svg width=\"32px\" height=\"20px\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 18 32\"><path fill=\"#3b5998\" d=\"M17.1 0.2v4.7h-2.8q-1.5 0-2.1 0.6t-0.5 1.9v3.4h5.2l-0.7 5.3h-4.5v13.6h-5.5v-13.6h-4.5v-5.3h4.5v-3.9q0-3.3 1.9-5.2t5-1.8q2.6 0 4.1 0.2z\"\/><\/svg><\/span><\/a><\/li><li class=\"shariff-button twitter\" style=\"background-color:#666666\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/share?url=https%3A%2F%2Fwww.subkultur.de%2Fedition%2Fadversus-der-zeit-abhanden%2F&text=Adversus%20%E2%80%93%20Der%20Zeit%20abhanden\" title=\"Bei X teilen\" aria-label=\"Bei X teilen\" role=\"button\" rel=\"noopener nofollow\" class=\"shariff-link\" style=\"; 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