LETZTE INSTANZ : LIVE im Fernverkehr in Zedtwitz
subkultur.de
Livebericht
Dezember 1999
   

Die Erwartungen, die ihre neue CD "Das Spiel ...... " hervorrief, wurden in vollem Umfang erfüllt! Als sich die sieben Musiker vor dem bunt gemischten Publikum (Goths, Punks, Normalos, Irgendwasos und, erstaunlicherweise auch einige ältere Zeitgenossen) einfanden legten sie - anders geht's ja garnicht - mit "Das Spiel fängt an" los, daß ja wortwörtlich zum tanzen auffordert. Das Publikum kam dieser Aufforderung auch sofort nach. Außer einem klanglich nur als perfekt zu bezeichnenden Konzert wurde dem Zuschauer auch viel fürs Auge geboten - Ich hatte schon nach vier Liedern mehr als 100 Fotos verschossen, denn die Stücke wurde stimmungsvoll mit einer für die Größe der Bühne beeindruckenden Lichtshow untermalt. Die Stimmung wurde immer weiter gesteigert, sowohl das Publikum als auch Sänger Robin Sohn und vor allen Violinist Mutti's Stolz sprangen wild herum, bis - ja, bis es still wurde. Und dunkel. Zuerst dachte man an Pause, doch nach einem kurzen Moment bat Robin das Publikum, sich hinzusetzen. Als alle - sehr zögerlich - Platz genommen hatten, setze sich die gesamte Band auf den Bühnenrand. Sogar der Drummer schnappte sich eine Trommel und kam vor. In dieser "familiären" Stimmung - Sternchenschmeißer und Feuerzeuge durften natürlich nicht fehlen - brachte die Band ihr ruhigstes Stück dar. Aber nur, um danach noch furioser weiterzumachen, bis das Konzert mit dem Titelstück des Albums sowohl seinen Höhepunkt als auch sein Ende erreichte.

Nach dem Konzert konnte ich dem völlig atemlosen Mutti's Stolz noch Antworten auf folgende Fragen entringen:

Gibt’s wichtige Neuigkeiten ?
"Die Platte ist jetzt seit zwei Monaten raus und die Tour war sehr erfolgreich. Jetzt machen wir noch ein paar Wochenendkonzerte, und zwischen Weihnachten und Neujahr werden wir sieben Konzerte am Stück geben. Das Abschlußkonzert ist dann zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule in Berlin.Außerdem basteln wir schon wieder an Ideen für eine neue Platte, die nächsten Herbst erscheinen soll."
Wohin werden sich die neuen Stücke entwickeln?
"Wir versuchen, noch härter zu werden, vom Rhythmus her noch neuzeitlicher, denn durch unseren neuen Bassisten sind neue Einflüsse von Bands wie Korn oder Limp Bizkit dazugekommen. Der Crossover-Charakter wird also noch mehr verstärkt, und die Streicher gehen auch immer weiter weg vom Mittelalter und den Irish-Folk Linien, hin zur Klassik, also zur Renaissance und zum Barock, was wohl auch an unserer klassischen Ausbildung liegt."
Und der der Gesang?
"Der wird Deutsch bleiben, weil das die Sprache ist, in der wir uns wohlfühlen."
Warum habt ihr damals den Sänger gewechselt?
"Die Musikgeschmäcker gingen immer mehr auseinander. Es kam zunächst von seiner Seite, er hat keine Lust mehr, mit uns zusammenzuarbeiten, was sich dann auch auf uns niedergeschlagen hat. Irgendwann kam dann der Bruch, und wir mußten uns einen neuen Sänger suchen."
Sind die Stücke dann mit dem neuen oder dem alten Sänger entstanden?
"Zwei Stücke sind noch mit dem alten Sänger entstanden, bei denen wir dann auch gemerkt haben, daß das nicht mehr funktioniert."
Wie war die Tour für euch bisher?
Ziemlich gut! Wir hatten auf jeden Fall viel Spaß, weil die Leute unsere neue Platte auch schon kannten. Dadurch hatten wir ein Publikum, daß hundertstimmig mitgesungen hat!!! Die Musik hat sich ja, im Vergleich zum ersten Album, sehr stark verändert. Hattet ihr da irgendwelche Bedenken vor der Tour?
"Es ist ein bißchen düsterer und härter geworden, mit einer dunkleren Stimme, und der Folk- und Partycharakter ist ein wenig verloren gegangen, aber dadurch kriegen wir schon wieder von der anderen Seite Publikum, z. B. aus dem Dark-Wave Bereich. Das ist eine Sache, die uns ziemlich freut, weil wir mit der Mystik spielen und uns von dieser Musik inspirieren lassen. Ich glaube aber nicht, das wir dadurch viel Publikum verloren haben."
Willst Du noch irgendwas loswerden?
"Ja! Wir als Band suchen einen Tätowierer, der zum Selbstkostenpreis unsere Körper verziert. Die Motive haben wir, und wir würden für ihn dafür ordentlich Werbung machen!"

Geben wir doch gern weiter... aber eines gilt, egal ob mit oder ohne Tätowierungen: So abwechslungsreich wie die Stücke auf CD war auch das Konzert. Und, nichts gegen SUBWAY TO SALLY, aber mir hat das Konzert der LETZTEN INSTANZ wesentlich besser gefallen! cAHos

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