



MP3 File : "COVENANT - No Mans Land" < 1MB
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Ich
kann mich noch ganz genau an "STALKER" erinnern. Mit der ersten
CD aus der Serie "The O- Files" und dem darauf enthaltenen Club
Mix des COVENANT - Songs löste das damalige Label Off Beat einen Boom
aus. Ich habe das Lied ein Jahr später gehaßt.... weil ich es
immer noch zu jeder Veranstaltung auflegen mußte....
Das schwedische Trio hat nun mit "United States Of Mind" ein vielseitiges
und emotionsgeladenes Tanzflur- Album veröffentlicht, daß selbst
mich kranken Skeptiker ebenso überzeugt hat, wie den Sympathisanten
Werk_A.
Deshalb wollten wir unbedingt ein bißchen mehr erfahren, als "One
World, One Sky, We Live, We Die" .... und wir wurden angenehm überrascht.
Das Interview mit Joakim Montelius ist eines der besten, die ich jemals
führen durfte, ach ja und Herr von Prümmer dürfte einen Seelenverwandten
gefunden haben..... (ToM)
Du kommst aus Schweden.
Kannst du dich an ABBA erinnern?
Joakim Montelius: "Das ist, als ob du einen
Deutschen fragst, ob er sich an die RAF erinnern kann. ABBA gehùrt untrennbar
zur schwedischen Kultur. Mehr noch, ABBA ist ein natÙrlicher Bestandteil
davon, so wie keine andere Popgruppe es jemals irgendwo sein kùnnte. (au¤er
vielleicht Elvis in Amerika) And they made really good music too!"
Und deine Mùbel sind bestimmt von IKEA?
J.M.: "Ich denke, jeder schwedische Haushalt
hat mindestens ein IKEA- Teil rumstehen. Ja, sogar im Kùnigspalast stehen
IKEA Mùbel! IKEA ist die Antwort der Mùbelindsutrie auf ABBA (hmm, I wonder
why Swedish cultural imperialism has such a love for capital letters?).
Aber das geht in Ordnung. IKEA bietet wirklich was fÙr's Geld. Die Mùbel
sind gut designed, clever konstruiert und billig, ohne dabei billig auszusehen.
Ich habe zum Beispiel ein IKEA Sofa und einen antiken Kaffeetisch. Zusammen
sieht das viel teurer aus, als es im Endeffekt war. That's cool."
Warum hat COVENANT (capital letters!) nach der straighten "Europa"- CD
nun ein stilistisch so vielseitiges Werk verùffentlicht?
J.M.: "Die Frage beantwortet sich fast selbst.
Wir waren nach der "Europa"- CD der Meinung, genug straighte
Musik gemacht zu haben. Deshalb wollten wir unseren Horizont erweitern
und ein richtiges Album aufnehmen, anstatt wieder eine Club-Hit Collection!
Wir wollten damit uns und unseren Fans zeigen, da¤ COVENANT mehr ist,
als ein "hard-hitting dance-floor dominator".
"UNITED STATES OF
MIND" ist ein sehr emotionales und silistisch ausgereiftes Album geworden.
J.M.: "Es spiegelt eine Menge gefÙhle wider:
Trauer Zorn, Angst, Liebe, GlÙck, Bedauern, ƒDer Hùrer sollte nicht das
GefÙhl haben, da¤ irgendetwas fehlt. Eine Vereinigung verschiedener Stimmungen
und Seelenzust¹nde unter einem Namen, auf einem Album. Unter Anderem hei¤t
deshalb das Album "UNITED STATES OF MIND"."
Hinter dem Wortspiel
steckt "Future Pop". Das sagt zumindest euer Label DEPENDENT.
Glaubst Du, das ist die Zukunft der Musik?
J.M.: "Wir glauben das. Wir haben unsere Version
der Musik fÙr die Zukunft auf jedem Album verùffentlicht. "UNITED STATES
OF MIND" ist die Zukunftsmusik, wie wir sie HEUTE sehen. Und das n¹chste
Album wird demzufolge wieder anders, weil es unmùglich ist, endgÙltige Zukunftsmusik
zu machen. Die Zukunft ist eben immer einen Schritt voraus. A paradox, sure,
but still a great target to aim for."
Denkst Du, "UNITED STATES OF MIND" wird fÙr euch zu einer Art Ausbruch
aus der typischen Elektroszene?J.M.:
"Ich hoffe es. Wir glauben, da¤ Grenzen flie¤end sind und wir denken
multikulturell. Eine Menge popul¹rer DanceActs, zum Beispiel die Chemical
Brothers oder Detroit black techno DJs wie Jeff Mills und DJ T1000, sind
sehr stark beeinflu¤t von EBM der ersten Stunde. Und wir nutzen ihren Sound,
der ja aus den selben Wurzeln kommt, um die Elektroszene zu erneuern. Damit
schlie¤t sich der Kreis.
Schau'
dir die sterbende Drum`n Bass Szene an: Alles begann mit einem recycling
alter Ideen und irgendwann ging es nicht mehr weiter. Der Hùhepunkt war
vor ein paar Jahren erreicht mit den LTJ Bukem Logical Progression compilations
oder Squarepusher's wegweisenden Alben auf "Warp". Aber plùtzlich
fanden ein paar hyperkommerzielle R`n`B- Produzenten einen Weg, diesen
Sound mit zuckersÙ¤er Soulmusik zu verbinden. Voilà: a new style and a
rebirth for a classic genre. Ein anderes Beispiel ist Primal Scream`s
Klassiker "Screamadelica" der Indie Pop mit Dub und House verband und
damit der Grundstein fÙr die ganze Manchester Szene in den frÙhen Neunzigern
war. Ich denke, wir haben mehr geschafft, als nur dem alten EBM- Gespenst
ein Funken Leben einzuhauchen. Wir redefinieren die elektronische Musik
und wir suchen nach neuen Wegen in eine Zukunft, und das kann man unmùglich
innerhalb irgendeiner Szene tun! We have to transgress the borders and
look down on ourselves to get the proper perspective."
Wir als Beobachter denken, daß die Elektroszene stagniert. Was meinst
du?
J.M.: "Ja und nein. Zumindest sind da eine
Menge Bands, die offensichtlich in einer stagnanten MusikSzene beheimatet
sind. Es existierten noch nie so viele EBM- Bands zur selben Zeit, wie
das heute der Fall ist. Da gibt es Funker Vogt, Evils Toy, Flesh Field,
Lights of Euphoria, C-Tec, Velvet Acid Christ, In Strict Confidence etc.
etc. Aber wenn wir die Szene weiterentwickeln und somit am Leben erhalten
wollen, mÙssen wir einsehen, da¤ wir der Gegenwart nicht musikalische
Werte aufzwingen kùnnen, die 10 oder 15 Jahre alt sind. Die Welt ver¹ndert
sich, Musik ver¹ndert sich und wir ver¹ndern uns, egal ob wir das wollen
oder nicht. Wir haben nur die Wahl, entweder aufzuwachen und vorw¹rts
zu gehen ohne zurÙckzuschauen, oder stehen zu bleiben und langsam zu verfaulen."
Das scheint aber, trotz neuem Jahrtausend und Aufbruchstimmung
niemanden zu interessieren.... Man wehrt sich gegen Neues, und das nicht
nur in der Electro Scene....
J.M.: "If you can't fight it, embrace it."
sagt ein Sprichwort. Und ich habe den Eindruck, da¤ viele Menschen so
gegen etwas ank¹mpfen, da¤ viel besser ist, als das, was sie im Moment
haben. Es erinnert mich ein bi¤chen an die MaschinenstÙrmer im 19. Jahrhundert,
an jene Arbeiter, die Dampfmaschinen zerstùrten, weil sie Angst vor der
Zukunft hatten. Die Zukunft ist nur dann gef¹hrlich, wenn sie dich Ùberholt
hat. Wenn du dich auf deine Zehenspitzen stellst, kannst du die Zeichen
der Zeit erkennen. Dann hast du auch ein Chance, die Dinge zu sehen, die
kommen werden. Move or be removed."(WEITER)
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